Beliebte Kartenspiele bei Jugendlichen

Yu-Gi-Oh-Booster

Kartenspiele sind nicht nur bei Erwachsenen beliebt. Top-Erwachsenenfavoriten sind Skat, Doppelkopf sowie Bridge. Auch in den Jugendjahren vertreibt man sich gerne die Zeit. Der unbestreitbare Vorteil von Kartenspielen liegt auf der Hand: Sie sind dank ihres kleinen Formats transportabel.

Was spielt man heutzutage unter Jugendlichen?

Auch beim Kartenspielen geht man mit der Zeit. Statt Maumau ziehen Jugendliche neuerdings Sammelkartenspiele wie Yugioh, Pokémon oder Match Attaxx vor. Diese versprechen einen Eintritt in Fantasiewelten, ähnlich wie beliebte Computerspiele.

Das Samelkartenspiel Yu-Gi-Oh!

Yu-Gi-Oh! oder Yugioh ist ein Sammelkartenspiel der Firma Konami aus Japan. Es war eigentlich nur als zusätzlicher Fan-Artikel zu einem beliebten japanischen Manga-Comic gedacht, der später verfilmt wurde. Die Yugioh-Sammelkarten erwiesen sich aber als sehr beliebt. Da das Manga-Kartenset sich mittlerweile durch ständige Ergänzungen erweitert hat, besteht es derzeit aus etwa 6000 Karten. Der Sammlerwert einzelner Karten ist unterschiedlich hoch. Ein Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde belegt, dass Konami hier einen Bestseller aufgelegt hat. Er regte zu nationalen und internationalen Spiele-Wettbewerben an. Zeitweise wurde das Spielen und Tauschen der Yugioh-Karten an deutschen Schulen sogar verboten. Das Spiel Yugioh ist erstaunlich komplex. Es funktioniert anders als bisher bekannte Kartenspiele. Zwei Spieler treten mit je einem Kartendeck aus 40-60 Einzelkarten gegeneinander an. Die Züge beider Gegner unterliegen strikten Regeln. Diese erhält man mit dem Starter-Set. Gespielt wird Yugioh auch im Fernsehen, aber nicht immer regelkonform. Jedes Yugioh-Match besteht aus mehreren Einzelduellen, von denen der Gewinner die Mehrzahl gewinnen muss. Man beginnt mit einer bestimmten Zahl an Lebenspunkten, die der Gegner durch seine Strategien zu reduzieren sucht. Bei null Lebenspunkten oder einem leeren Deck hat man verloren. Dieses japanische Kartenspiel ist viel zu komplex, um es hier ausführlich zu erläutern. Es zeigt aber, dass Kartenspiele weiterhin im Trend liegen. Sie sind nur anders als alles, was man noch vor 30 oder 50 Jahren spielte. Heute spielt man unter Jugendlichen unter anderem mit diesen Sammelkarten.

Der Pokémon-Boom

Mancher erinnert sich noch an den Pokémon-Sammelboom. Die Pokémon-Sammelkarten beruhten auf einem Nintendo-Videospiel, das schon kleine Kinder kannten. Als das daraus entwickelte „Pokémon Trading Card Game“ 2000 auf den Markt kamen, gab es noch keine 6637 unterschiedlichen Sammelkarten, wie das heute der Fall ist. Auch hier geht es um Duelle zwischen zwei Spielpartnern, die sich in einer erdachten Fantasiewelt aufhalten. In neuerer Zeit wurde sogar eine Onlinevariante des Pokémon-Kartenspiels entwickelt. Durch Codes auf dem Kartenset kann man sich ins Online-Spielgeschehen einloggen. In Japan gibt es ein weiteres Pokémon-Kartenspiel für den Gameboy, nämlich „Pokémon Card GB2“. Bei uns ist dieses Spiel aber nicht erhältlich. Immerhin können interessierte Kids in Deutschland mit der Computerversion „Pokémon Spiel Los!“ lernen, wie das interaktive Kartenspiel geht. Je Spieler wird ein Kartendeck mit 60 Spielkarten genutzt, die in drei Kategorien aufgeteilt werden:

  • Pokémon-Karten
  • Trainerkarten
  • Energiekarten.

Auch hier sind die Regeln des Spiels recht komplex. Gewinner ist, wer durch geschickten Einsatz seiner Energiekarten seine Angriffe so gestaltet, dass er die Pokémons der Gegenseite ausschaltet. Sind alle Pokémons eines Spielers ausgeschaltet, ist das Spiel beendet. Damit dieses beliebte Kartenspiel nicht uferlos komplex ist, wurde es etwas einfacher gestaltet als das Videospiel. Ohne sich in diese Spielewelt zu versenken, begreift man nicht, worum es geht. Allein die unterschiedliche Bedeutung der Trainerkarten ist eine Wissenschaft für sich. Zum Themendeck können verschiedene Erweiterungsdecks erworben werden. Deren Zusammensetzung ist jedoch – wie bei allen Sammelkarten üblich – nicht vorhersehbar. Einige Karten haben hohen Seltenheitswert. Wer so eine Karte in einem Turnier gewinnt, hat besonderes Glück.

Worum geht es bei Match Attaxx?

Bei Match Attaxx geht es um Fußball. Die Premier-League-Sammelkartenversion ist in Großbritannien das meistverkaufte Sammelkartenspiel. In Deutschland wurde es für die Bundesliga aufgelegt und war zunächst übersichtlich gestaltet. Es gab eine Sammelmappe und man konnte das Starter-Paket zusammen mit einem Spielfeld kaufen. Danach konnte man kleine Zusatzkarten-Packs mit je fünf weiteren Karten zu je einem Euro oder eine Karten-Blechdose erwerben. Man wusste aber nie, welche Karten man erhält. Durch den Tausch doppelt vorhandener Karten konnte man sein Kartendeck optimieren, wie bei den oben beschriebenen Sammelkartenspielen auch. Match Attaxx ist seit 2008 bekannt. In dieser Zeit hat sich Match Attaxx zunehmend entwickelt. Jedem Fußballverein aus der Bundesliga ordnet man 18 sogenannte Basiskarten zu. Die Regeln oder die Zusammensetzung der Star-Spieler, Top-Transfers oder Matchgewinner ändern sich immer wieder. Mit Mega-Packs, „Club-Einhundert“-Sammelkarten und weitere Zusatz-Kollektionen erweiterte man dieses beliebte Sammelkartenspiel in jüngerer Zeit immer mehr. Die bezahlbaren Preise ermöglichen es vielen Kids, vom Taschengeld mitzuhalten und die erwerbaren Erweiterungen zu kaufen. Seit der Saison 2013/14 kann man auch Klubs der 2. Bundesliga bei Match Attaxx einbinden. Der Hersteller von Match Attaxx liefert mit seinem Konzept ein Mittel gegen Langeweile. Er veranstaltet alljährlich Meisterschaften unter den deutschen Spielern. Die Anmeldung dazu ist kostenfrei. Sie kann auch von Minderjährigen getätigt werden. Fußball ist ein Thema, das viele Kids begeistert. Gemeinsam ist allen sogenannten Trading Card Games, Collectible Card Games oder Sammelkartenspielen, dass sie:

  • sehr viel mehr Karten benötigen als konventionelle Kartenspiele
  • häufig in Phantasiewelten angesiedelt sind
  • unterschiedlichen Sammler- bzw. Seltenheitswert haben können
  • und auf dem Sammeln und Tauschen verschiedener Karten beruhen.

Warum Kartenspiele sich nur weiterentwickeln und nicht aussterben

Es ist die ungeminderte Begeisterung Jugendlicher für solche Kartenspiele, die zu ihrer zunehmenden Komplexität beigetragen hat. Teilweise gibt es bereits Sammelkartenspiele, die ohne vorheriges Sammeln von Spielkarten auskommen oder mit Miniatur-Spielfiguren und erweiterbaren Tisch-Spielplatten kombinierbar sind. Zu den ersten Sammelkartenspielen gehörte Magic: The Gathering. Ohne dieses Spiel wären weder Pokémon noch Yu-Gi-Oh! oder Match Attaxx denkbar gewesen. Oftmals beziehen sich solche Kartenspiele auf beliebte Manga-Comics, Online-Rollenspiele oder Kinofilme aus dem Bereich Phantasy und Science Fiction.

Foto: Konami