Munchkin – das Kartenspiel

Das Fantasy-Fun-Kartenspiel Munchkin

Wer kennt das nicht? Nach der zehnten Partie Mau-Mau oder der erneuten Bitte von Oma, doch noch einmal beim Canasta mitzumachen, kann einem schnell jegliche Lust auf Kartenspiele vergehen. Abhilfe schaffen da ein paar kleine, freche Gesellen, die in den unterschiedlichsten Genres ihr Unwesen treiben: die Munchkins.

Munchkin – das etwas andere Kartenspiel

Von Peter-Jackson-Games auf den Markt gebracht und in Deutschland von Pegasus-Spiele vertrieben, ist Munchkin mit seinen bunt gestalteten Spielkarten nicht etwa nur was für die Kleinen. Ganz im Gegenteil! Die auf den Sets angebrachte Altersempfehlung von 12 bis 99 Jahren passt perfekt und zeigt, dass jeder Jugendliche oder Erwachsene, der Texas Hold’em & Co. einfach nicht mehr sehen kann und Lust auf eine Prise schrägen Humor hat, garantiert seinen Spaß an diesem Kartenspiel haben wird.

Worum genau geht es hier eigentlich?

Das Grundprinzip von Munchkin ist ebenso einfach wie rabiat. Für jeden einzelnen Spieler geht es darum, mit seinem von ihm durch die Partie geführten Charakter die höchste Stufe – Stufe 10 – zu erreichen. Dazu muss er mit Hilfe gesammelter Waffen und anderer, nützlicher Gegenstände (z.B. eines coolen Tuchs für harte Kerle oder gar eines Eichhörnchens) aufgedeckte Türen zu einem verborgenen Verlies eintreten. Das jeweils dahinter lauernde Monster zur Strecke bringen und sich als Beute den Schatz unter den Nagel reißen. Der Haken an der ganzen Sache: Alle anderen Spieler am Tisch verfolgen das gleiche Ziel. Diesem Umstand verdankt das Spiel seinen Raubritter-Charme, der in Bezug auf Sticheleien und fiese Fallen das altmodische „Mensch-ärgere-dich-nicht“ weit in den Schatten stellt. Daher übrigens auch der Name für die kleinen Kreaturen: In der Rollenspieler-Szene wird der aggressivste, fieseste und gleichzeitig am meisten auf sein eigenes Fortkommen bedachte Spieler oft als „Munchkin“ bezeichnet. Wer die Karten selbst in die Hand nimmt, wird bald feststellen, dass der Name wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passt. Schließlich kann es schon einmal passieren, dass man gegen ein fast totgeglaubtes Monster den Kürzeren zieht, weil sich ein anderer Spieler plötzlich dazu entschließt, dem Ungeheuer ein wenig unter die Arme zu greifen … und plötzlich steht man als vormals bester Recke wieder auf Stufe 1 und kann zusehen, wie sich der Gegner lachend mit dem umkämpften Schatz davonmacht, auf den man es eigentlich selbst abgesehen hatte.

Ein paar Spielregeln – und viel Schummelei

Die Stufe, auf der sich der jeweilige Spieler befindet, kann während der Partie entweder mit einer bestimmten Anzahl von kleinen Gegenständen (z. B. Münzen) oder auch mit einem speziellen, zehnseitigen Würfel angezeigt werden. Jeder Einzelne startet als normaler, unbewaffneter Mensch in das Abenteuer und arbeitet bzw. taktiert, kämpft und betrügt sich nach oben. Dabei wechselt er im besten Fall Rasse und Klasse (wird so beispielsweise zum Ork oder Hohepriester), gewinnt gegen Monster, wenn seine Stufenzahl und seine gesammelten Waffen die Punktezahl der Bestie schlagen und verliert wertvolle Stufen, wenn nicht.

Waldelf mit Huhn gegen Kettensägen-Zombie: Wer gewinnt?

Der Großteil der Fan-Gemeinde ist vor allem wegen des leicht parodistischen Charmes so sehr von Munchkin begeistert. Obwohl bei diesem Kartenspiel aus in der Realität ziemlich guten Freunden auch mal schnell erbitterte Gegner werden können, wenn es um eine begehrte Beute geht, kommt der Spaß niemals zu kurz. Das liegt zum einen an der liebevollen Gestaltung der Karten, die in einem ansprechenden Comic-Stil daherkommen und mit zum aufgedeckten Charakter, Monster oder Artefakt passenden Kommentaren beschriftet sind. Zum anderen sind es aber auch verschiedene beliebte Genres wie Fantasy oder Science Fiction, die bei Munchkin ein wenig übertrieben dargestellt oder auch schon mal bunt durcheinandergewürfelt werden. Mittlerweile gibt es unzählige Erweiterungen zum ursprünglichen Kartenspiel. Diese können einzeln gespielt, aber auch mit einem oder mehreren anderen Sets kombiniert werden. Wer etwa schon immer mit einem Papagei auf der Schulter und einem furchterregenden Tattoo auf der Brust, das gleichzeitig als Rüstung dient, zur See fahren wollte, sollte einen Blick auf „Munchkin Freibeuter“ werfen. Wen dagegen eher der Wilde Westen mit seinen Revolverhelden, Häuptlingen und verwunschenen Tipis lockt, dem sei „Spiel mir das Lied vom Munchkin“ wärmstens empfohlen. Lässt man die ohnehin schon etwas schrägen Helden dieser beiden Sets gegeneinander antreten, kämpft plötzlich ein Werwolf-Pirat mit einem Kraken auf dem Kopf gegen einen feuerspeienden Hilfssheriff! Stellt man sich nun vor, wie eine Partie Munchkin aussähe, in der auch noch das Agenten-Set „Munchkin Impossible“, „Munchkin Zombies“ – das Kartendeck der Untoten – oder sogar die Martial Arts-Erweiterung „Munchkin Fu“ eine Rolle spielten, ist eines klar: Mit diesem Kartenspiel kommt garantiert keine Langeweile auf.

Alle Genres der eigenständigen Munchkin-Spiele im Überblick:

  • Fantasy (Elben, Zwerge)
  • Science Fiction (Raumschiffe & Aliens)
  • Martial Arts / Kung Fu
  • Horror (Vampire und andere Geschöpfe der Nacht)
  • Superhelden-Munchkins
  • Geheimagenten & Verschwörungen
  • Alles rund um den Cthulhu-Mythos
  • Wilder Western
  • Freibeuter & Piraten
  • Munchkins und Zombies
  • an „Conan“ angelehnte Special Version

Darüber hinaus machen Sets mit mordenden Nikolaus-Monstern, Feen-Munchkins oder Karten, die beim Schummeln helfen, die bestehenden Spiele noch ein bisschen interessanter.

Foto: Pegasus Spiele