Was sind Stichspiele?

Doppelkopf - Damen sind wichtig

Als Stich wird eine Spielrunde bei Kartenspielen bezeichnet, die vom Inhalt her sehr unterschiedlich ausfallen kann. Als Oberbegriff für diese Art Spiele hat sich der Begriff „Stichspiele“ etabliert. Ganz klassisch ist bei einer Spielrunde jeder Spieler im Uhrzeigesinn dran, seine Karte auszuspielen. Derjenige mit der besten Karte ( in der Regel ist das die mit dem höchsten Wert) gewinnt, erlangt also einen Stich. Worin genau der Stich besteht, das bestimmen natürlich die individuellen Regeln des Spiels, die sich in der Anleitung nachlesen lassen. Gewinner des Spiels ist schließlich der, der die meisten Stiche erreicht hat. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Stichspielen, manche davon sind sehr alt und sehr bekannt. Dazu zählen:

  • Skat
  • Bridge
  • Schafskopf
  • Binokel
  • Doppelkopf
  • Mauscheln
  • Piquet
  • Doko
  • Quadrille
  • Watten
  • Tippen

Aber es gibt noch viele weitere Kartenspiele, die ein Stichspielcharakter haben. Dabei unterscheidet man zwischen „Augenspielen“ und „echten Stichspielen“. Bei Letzteren zählt lediglich die Anzahl der Stiche, die im Spiel gewonnen wurden. Augenspiele hingegen haben etwas komplizierte Regeln. Hier zählt nicht der reine Stich, sondern auch die Karten mit denen der Stich gelingt.

Stichspiele vs. Augenspiele

Ein typisches Beispiel für ein Augenspiel ist Skat. Hier ist es wichtig genau auf den Inhalt der Stiche zu achten, denn nur so lässt sich der Spielverlauf vorhersehen. Karten, die schon aus dem Spiel sind, sollten dabei möglichst im Gedächtnis bleiben und zwar nicht nur deren Wert, sondern auch deren Farbe. Die hat nämlich eine ebenso große Bedeutung für den Stich, da Farben bedient werden müssen. Durch die eng gefassten Regeln und die Tatsache, dass Skat inzwischen nicht nur als reine Freizeitbeschäftigung auf den Tisch kommt, sondern auch in internationalen Turnieren um Geld gespielt wird, gehört es zu den komplizierteren Augenspielen.

Die Grenzen zwischen Augenspielen und Stichspielen kann schnell verschwimmen, denn es gibt durchaus Spiele, bei denen es ebenso auf die Anzahl der Stiche als auch auf deren Inhalt ankommt. Ein solches Spiel ist Herzeln. Das österreichische Kartenspiel besteht aus acht Touren, also Spielrunden, bei denen es mal auf das Legen der richtigen Farbe ankommt, dann wieder nur auf die Anzahl der Stiche. Das macht es abwechslungsreich für die Spieler und erfordert gleichzeitig höchste Konzentration. Bei solchen Mischvarianten fällt eine Zuordnung zur Gruppe der Stichspiele oder Augenspiele schwer.

Stichspiele: Trumpf gewinnt

Bei Stichspielen wie 1001 gibt es den Zwang, die gelegte Farbe zu bedienen. In dieser Hinsicht haben die Spieler keine freie Wahl. Nur wer nicht die Farbe bedienen kann, weil er sie nicht mehr auf der Hand hat, der muss mit einem Trumpf abstechen und bekommt dadurch den Stich. Bei 1001 ist die Farbe Pik Trumpf und liegt damit von der Wertigkeit immer über der höchsten Farbe. In anderen Stichspielen können auch Joker oder eine andere Farbe diese Position einnehmen. Trümpfe zu spielen ist ebenfalls keine freie Spielvariante, sondern ein notwendiges Übel. Die Mischung aus Farbe und Trumpf ist es, die das richtige Schätzen des Spielverlaufs schwierig macht. Verletzt ein Spieler die Regeln und zieht zum Beispiel keinen Trumpf, obwohl er einen auf der Hand hat, so erfolgt eine Strafe, eine so genannte Renonce. In diesem Fall verliert er entweder wertvolle Punkte oder gleich das ganze Spiel.