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Solitär-Kartenspiel: Regeln, Varianten und Patience

Spieler
1
Blatt
52 Karten
Solitär als Kartenablegespiel

Das Solitär-Kartenspiel ist das bekannteste Kartenspiel alleine: Es wird mit 52 Karten gespielt und ist für 1 Spieler ausgelegt. Ziel ist, alle Karten nach Farbe sortiert von Ass bis König auf vier Grundstapel zu bringen.

Wie spielt man Solitär, und welche Fassung ist gemeint? Was im deutschen Sprachraum Solitär heißt, ist fast immer die Variante Klondike, weil Microsoft sie ab 1990 mit Windows ausgeliefert hat. Die Familie ist aber viel größer: unter dem Sammelbegriff Patience gibt es hunderte Legespiele für eine Person, von denen einige weiter unten stehen.

1. Solitär-Kartenspiel: das Ziel des Spiels

Vier Grundstapel werden aufgebaut, einer je Farbe, jeder beginnt mit dem Ass und endet beim König. Sind alle 52 Karten dort einsortiert, ist das Spiel gewonnen. Der Weg dorthin führt über das Tableau, in dem die Karten erst in eine spielbare Reihenfolge gebracht werden müssen.

Nicht jedes Blatt lässt sich lösen. Das ist keine Ausrede, sondern eine Eigenschaft des Spiels: manche Ausgangslagen sind mathematisch unlösbar, unabhängig davon, wie gut man spielt.

2. Der Aufbau

Aus einem gemischten Blatt von 52 Karten werden 28 Karten in sieben Reihen ausgelegt: die erste Reihe eine Karte, die zweite zwei, bis zur siebten mit sieben Karten. Die oberste Karte jeder Reihe liegt offen, alle darunter verdeckt.

BereichWas dort liegtZahl der Karten
Tableausieben Reihen, je die oberste Karte offen28
Talonder verdeckte Reststapel24
Ablagedie vom Talon aufgedeckten Kartenwechselnd
Grundstapelvier Stapel, je eine Farbe, Ass bis Königam Ende 52

3. Die Regeln in fünf Sätzen

  1. Im Tableau wird absteigend und farbwechselnd gelegt. Auf eine rote Acht kommt eine schwarze Sieben, auf eine schwarze Sieben eine rote Sechs.
  2. Auf die Grundstapel wird aufsteigend und farbrein gelegt. Erst das Ass, dann die Zwei derselben Farbe, und so weiter bis zum König.
  3. Auf eine leere Tableau-Reihe darf nur ein König. Keine andere Karte eröffnet eine leere Reihe.
  4. Eine verdeckte Karte wird umgedreht, sobald sie oben liegt. Das ist der einzige Fortschritt, der zählt.
  5. Vom Talon wird aufgedeckt, wenn im Tableau kein Zug mehr möglich ist. Ob eine oder drei Karten auf einmal, ist die wichtigste Variantenfrage.

4. Eine oder drei Karten ziehen

Das ist die Entscheidung, die den Schwierigkeitsgrad festlegt, und der Grund, warum dieselbe Person in einer Umsetzung dauernd gewinnt und in einer anderen kaum.

Eine Karte (Draw 1)Drei Karten (Draw 3)
Zugang zum Talonjede Karte einzeln erreichbarnur jede dritte, in fester Reihenfolge
Durchläufemeist unbegrenztoft auf drei begrenzt
Schwierigkeitdeutlich leichterdie klassische Fassung
Wo verbreitetBrowser- und App-Versionendie Windows-Version und Turniere

Bei Draw 3 ist die Reihenfolge im Talon nicht veränderbar, solange man keine Karte entnimmt. Wer eine Karte aus der Ablage spielt, verschiebt alle folgenden Dreiergruppen, und genau darin liegt die Taktik: manche Blätter lösen sich nur, wenn man eine Karte bewusst liegen lässt, um die Aufteilung im nächsten Durchlauf zu verschieben.

5. Wie oft ein Blatt lösbar ist

Computersimulationen zeigen, dass sich bei vollständiger Kenntnis aller Karten etwa vier von fünf Klondike-Blättern lösen lassen. Beim normalen Spielen, wo die verdeckten Karten unbekannt sind, liegt die Quote weit darunter, weil viele Entscheidungen erst rückblickend als Fehler erkennbar sind.

Praktisch heißt das: eine verlorene Partie ist meist keine schlechte Leistung, sondern entweder ein unlösbares Blatt oder ein Zug, dessen Folgen zwanzig Züge später sichtbar wurden. Wer die Quote verbessern will, muss vor allem eines anders machen, und das steht im Strategieabschnitt.

6. Strategie: fünf Regeln, die die Quote heben

Verdeckte Karten haben Vorrang. Jeder Zug, der eine verdeckte Karte aufdeckt, ist besser als jeder Zug, der nur offene Karten umsortiert. Zugedeckte Karten sind die eigentliche Währung des Spiels.

Die längste Reihe zuerst abbauen. In der siebten Reihe stecken sechs verdeckte Karten. Solange dort nichts passiert, bleibt ein Viertel des Blattes unbekannt.

Nicht jedes Ass sofort ablegen. Asse und Zweien auf die Grundstapel zu bringen, ist verlockend, nimmt dem Tableau aber Bausteine. Eine niedrige Karte im Tableau kann eine wichtige Kette tragen.

Leere Reihen nur für Könige öffnen. Wer eine Reihe leerräumt und keinen König hat, hat eine Reihe verschenkt. Erst prüfen, ob ein König verfügbar ist.

Bei Draw 3 den Talon einmal ganz durchsehen, bevor man spielt. Wer weiß, welche Karten in welcher Dreiergruppe liegen, kann planen, statt zu hoffen.

7. Die Patience-Familie: verwandte Varianten

Solitär ist ein Spiel, Patience ist die Familie. Diese Varianten sind eigenständig und werden mit demselben oder mit zwei Blättern gespielt.

VarianteBlattWas sie ausmacht
Klondike52die Standardfassung, sieben Reihen, vier Grundstapel
FreeCell52alle Karten liegen offen, dazu vier freie Ablagefelder; fast jedes Blatt ist lösbar
Spider2×52zehn Reihen, acht Grundstapel, farbrein absteigend im Tableau
Pyramide52Karten paarweise auf 13 abräumen
Herz zu Herz52Reihen werden farbrein gebaut, das Herz gibt der Variante den Namen
Rot und Schwarz2×52Grundstapel werden abwechselnd rot und schwarz aufgebaut
Napoleon auf St. Helena2×52vier Reihen, Aufbau in beide Richtungen erlaubt

FreeCell ist unter diesen die Variante mit dem größten Unterschied: weil keine Karte verdeckt liegt, ist es ein reines Denkspiel ohne Glücksanteil. Wer bei Klondike an unlösbaren Blättern verzweifelt, ist dort besser aufgehoben.

8. Solitär und die Windows-Version

Microsoft hat Solitär 1990 mit Windows 3.0 ausgeliefert, ausdrücklich auch, um Anwendern das Arbeiten mit der Maus beizubringen: Ziehen und Fallenlassen von Karten übt genau die Bewegung, die eine grafische Oberfläche verlangt. Das Spiel wurde damit zur wahrscheinlich meistgespielten Kartenpatience der Welt.

Die Windows-Fassung hat auch die Regeln geprägt, die heute als Standard gelten: Klondike mit drei gezogenen Karten, unbegrenzte Durchläufe in späteren Versionen, und die Möglichkeit, Karten von den Grundstapeln zurück ins Tableau zu holen. Letzteres ist in strengen Papierfassungen nicht erlaubt.

9. Solitär mit echten Karten

Ein Kartenspiel alleine am Tisch kennt keinen Rückgängig-Knopf, und das verändert das Solitär-Kartenspiel mehr als jede Regel. Drei praktische Hinweise:

  • Platz einplanen. Sieben Reihen mit bis zu dreizehn übereinander gelegten Karten brauchen etwa einen halben Tisch. Wer zu eng auslegt, verliert die Übersicht über die Reihenfolge.
  • Die Grundstapel weit weg legen. Sie wachsen und werden nicht mehr angefasst. Direkt neben dem Tableau stören sie.
  • Den Talon nicht mischen. Wird er neu durchgesehen, bleibt die Reihenfolge wie sie ist. Mischen macht das Spiel leichter, ist aber keine Regel.

10. Die häufigsten Regelfehler

Im Tableau farbrein bauen. Im Tableau wechseln die Farben: rot auf schwarz, schwarz auf rot. Farbrein wird nur auf den Grundstapeln gebaut.

Eine beliebige Karte in eine leere Reihe legen. Nur ein König eröffnet eine leere Reihe. Diese Regel ist der häufigste Unterschied zwischen Papierspiel und schlecht umgesetzten Apps.

Aus der Mitte der Ablage spielen. Nur die oberste Karte der Ablage ist verfügbar, nie eine darunterliegende.

Mehrere Karten einzeln umlegen, um eine Kette zu verschieben. Eine korrekt gebaute Kette wird als Ganzes verschoben. Sie einzeln zu zerlegen ist erlaubt, aber meist ein Fehler, weil die Ordnung verloren geht.

Den König aus dem Grundstapel zurückholen. Ob Karten von den Grundstapeln zurück ins Tableau dürfen, ist eine Variantenfrage. In der strengen Fassung ist der Weg dorthin eine Einbahnstraße.

11. Häufige Fragen

Wie viele Karten braucht man für Solitär?

52 Karten, also ein vollständiges französisches Blatt ohne Joker. 28 davon kommen ins Tableau, 24 bilden den Talon.

Wie spielt man Solitär?

Wie spielt man Solitär in fünf Sätzen: Im Tableau wird absteigend und farbwechselnd gelegt, auf den vier Grundstapeln aufsteigend und farbrein von Ass bis König. Wer keine Züge mehr hat, deckt vom Talon auf. Gewonnen ist die Partie, wenn alle 52 Karten auf den Grundstapeln liegen.

Was darf auf eine leere Reihe im Tableau?

Nur ein König, und mit ihm eine bereits gebaute Kette, die auf dem König aufliegt.

Ist jedes Solitär-Blatt lösbar?

Nein. Ein Teil der Ausgangslagen ist mathematisch unlösbar. Simulationen deuten darauf hin, dass sich mit Kenntnis aller Karten etwa vier von fünf Blättern lösen lassen; ohne diese Kenntnis liegt die Quote deutlich niedriger.

Was ist der Unterschied zwischen Solitär und Patience?

Patience ist der Sammelbegriff für Kartenspiele für eine Person, Solitär im deutschen Sprachgebrauch meist die Variante Klondike. Jedes Solitär ist eine Patience, aber nicht jede Patience ist Solitär.

Was ist leichter, eine oder drei Karten ziehen?

Eine Karte. Dann ist jede Talonkarte einzeln erreichbar. Bei drei gezogenen Karten liegt nur jede dritte oben, und die Reihenfolge lässt sich nur durch Entnehmen verschieben.

Kann man Solitär zu zweit spielen?

Das Solitär-Kartenspiel in der Klondike-Fassung ist ein Spiel für eine Person. Es gibt Patience-Varianten für zwei, bei denen beide auf gemeinsame Grundstapel legen und um Geschwindigkeit spielen; das ist dann aber ein anderes Spiel.

Darf man Karten von den Grundstapeln zurücknehmen?

In der strengen Fassung nicht. Viele Computerversionen erlauben es, weil es unlösbare Situationen manchmal auflöst.

Wer lieber gegen andere spielt: Rommé baut mit Sätzen und Folgen, ist aber ein Spiel für zwei bis sechs Personen. Für einen ruhigen Abend allein ist Kartentricks üben die Alternative mit demselben Blatt.

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