Durak – Regeln, Ablauf und Varianten des Kartenspiels
- Spieler
- 2–6
- Blatt
- 36 Karten

Durak ist das verbreitetste Kartenspiel Osteuropas und das seltene Spiel, bei dem niemand gewinnt: ermittelt wird der Verlierer. Es wird mit 36 Karten gespielt und ist für 2 bis 6 Spieler ausgelegt. Wer am Ende als Einziger noch Karten auf der Hand hat, ist der Durak, der Narr.
Das Spiel lebt vom Angreifen und Abwehren statt vom Stichesammeln. Wer eine Karte nicht abwehren kann, muss alles aufnehmen, was auf dem Tisch liegt, und behält es. Deshalb gilt hier die umgekehrte Logik der meisten Kartenspiele: Karten loswerden ist alles, Karten gewinnen ist Strafe.
1. Das Blatt und die Rangfolge
Gespielt wird mit 36 Karten, also von der Sechs bis zum Ass in vier Farben. Die Reihenfolge von oben nach unten:
Ass, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben, Sechs.
Jede Person erhält sechs Karten. Die nächste Karte wird offen in die Mitte gelegt und bestimmt die Trumpffarbe. Der restliche Stapel kommt quer darüber, sodass die Trumpfkarte während der ganzen Runde sichtbar bleibt. Das ist keine Zierde: bei einem Spiel, das sich über viele Angriffe zieht, ist die sichtbare Trumpffarbe die wichtigste Dauerinformation am Tisch.
2. Trumpf schlägt alles
Eine Trumpfkarte schlägt jede Karte jeder anderen Farbe, unabhängig vom Wert. Eine Trumpf-Sechs schlägt ein Ass in einer Fremdfarbe. Innerhalb derselben Farbe gilt wieder die normale Rangfolge, also schlägt die Trumpf-Zehn die Trumpf-Neun, aber nicht den Trumpf-Buben.
Aus dieser einen Regel folgt fast die gesamte Taktik: Trumpfkarten sind zu wertvoll, um sie früh für kleine Angriffe auszugeben.
3. Der Ablauf
- Wer beginnt. Es fängt an, wer den niedrigsten Trumpf auf der Hand hat. Gespielt wird im Uhrzeigersinn.
- Angreifen. Die angreifende Person legt eine Karte vor die Person zu ihrer Linken.
- Abwehren. Abgewehrt wird mit einer höheren Karte derselben Farbe oder mit einer Trumpfkarte. Ein Trumpfangriff lässt sich nur mit einem höheren Trumpf abwehren.
- Nachlegen. Gelingt die Abwehr, dürfen alle Angreifer weitere Karten nachlegen, aber ausschließlich Werte, die bereits auf dem Tisch liegen. Bei mehr als drei Personen greifen nur die beiden Nachbarn links und rechts an.
- Aufnehmen oder abräumen. Wer eine Karte nicht abwehren kann, nimmt alles auf, was auf dem Tisch liegt, und setzt den nächsten Angriff aus. Wurde alles abgewehrt, wird der Tisch abgeräumt, und die abwehrende Person greift als Nächste an.
- Nachziehen. Alle füllen auf sechs Karten auf, beginnend beim Angreifer. Ist der Stapel leer, wird nicht mehr aufgefüllt.
- Ausscheiden. Wer keine Karten mehr hat und nicht nachziehen kann, ist fertig und spielt nicht weiter.
Die Runde endet, wenn nur noch eine Person Karten hält. Diese Person ist der Durak, und mehr Strafe als den Spott am Tisch gibt es nicht. Punkte werden nicht geschrieben.
4. Die Zahl der Angriffskarten
| Lage | Was gilt |
|---|---|
| Erster Angriff | eine Karte, beliebiger Wert |
| Nachlegen | nur Werte, die schon auf dem Tisch liegen |
| Obergrenze | höchstens so viele Karten, wie die abwehrende Person auf der Hand hat |
| Erste Runde | verbreitet auf fünf Angriffskarten begrenzt |
Die Obergrenze ist die Regel, die eine Runde spannend hält: gegen jemanden mit zwei Karten auf der Hand lässt sich nicht mit sechs Karten angreifen. Wer wenige Karten hält, ist dadurch nicht wehrlos, sondern schwerer zu treffen.
5. Verbreitete Varianten
Weiterreichen statt abwehren
Wer eine Karte desselben Wertes besitzt, legt sie dazu und schiebt den gesamten Angriff an die nächste Person weiter. Das kann eine Runde reihum laufen lassen und ist die beliebteste Variante, weil sie das Spiel schneller und unberechenbarer macht.
Mit 24 oder 52 Karten
Zu zweit wird gern mit 24 Karten gespielt, also erst ab der Neun. Für große Runden ab fünf Personen wird auf ein vollständiges Blatt mit 52 Karten erweitert, sonst reichen die Karten nicht für mehrere Angriffe.
Der Durak gibt
Verbreitet ist die Abrede, dass der Verlierer die nächste Runde gibt und mischt. Das ist die einzige praktische Folge des Verlierens und erspart die Frage, wer an der Reihe ist.
6. Drei Entscheidungen, die zählen
Trumpf sparen. Wer seine Trumpfkarten für die kleinen Angriffe verbraucht, steht am Ende mit Fremdfarben da, während die Gegenseite den Tisch kontrolliert. Kleine Angriffe wehrt man möglichst mit Fremdfarbe ab.
Paare zusammenhalten. Zwei Karten desselben Wertes sind mehr wert als zwei einzelne höhere: sie erlauben das Nachlegen und, in der verbreiteten Variante, das Weiterreichen.
Mitzählen, wenn der Stapel dünn wird. Sobald nicht mehr nachgezogen wird, ist die Runde ein offenes Rechenspiel. Wer weiß, wie viele Trumpfkarten noch unterwegs sind, weiß, ob er angreifen oder abwarten soll.
7. Die häufigsten Regelfehler
Mit beliebigen Karten nachlegen. Nachgelegt werden nur Werte, die bereits auf dem Tisch liegen. Eine neue Zahl eröffnet keinen zweiten Angriff.
Einen Trumpf mit einer hohen Fremdfarbe abwehren. Gegen Trumpf hilft nur höherer Trumpf, auch wenn ein Ass in der Hand liegt.
Mehr Karten angreifen, als die Gegenseite halten kann. Die Zahl der Angriffskarten ist durch die Handkarten der abwehrenden Person begrenzt.
Nach dem Aufnehmen sofort wieder angreifen. Wer aufnehmen musste, setzt den nächsten Angriff aus.
8. Häufige Fragen
Wie viele Karten braucht man für Durak?
36 Karten, also Sechs bis Ass in vier Farben. Jede Person erhält sechs Karten, eine weitere liegt offen als Trumpfkarte unter dem Stapel.
Wer gewinnt bei Durak?
Niemand im eigentlichen Sinn: gesucht wird der Verlierer. Wer als Letzter noch Karten hält, ist der Durak. Wer vorher alle Karten los ist, ist einfach fertig.
Was schlägt eine Trumpfkarte?
Jede Karte jeder anderen Farbe, unabhängig vom Wert. Eine Trumpf-Sechs schlägt ein Ass in einer Fremdfarbe. Nur ein höherer Trumpf schlägt einen Trumpf.
Wie viele Personen können mitspielen?
Zwei bis sechs. Ab fünf Personen wird meist auf ein Blatt mit 52 Karten erweitert, weil sonst zu wenige Karten für mehrere Angriffe übrig bleiben.
Darf man mehrere Karten gleichzeitig angreifen?
Nur Werte, die schon auf dem Tisch liegen, und höchstens so viele Karten, wie die abwehrende Person auf der Hand hat. Der erste Angriff einer Runde ist immer eine einzelne Karte.
Was ist der Unterschied zu einem Stichspiel?
In einem Stichspiel sammelt man Stiche und zählt sie am Ende. Bei Durak ist das Aufnehmen von Karten die Strafe, und gezählt wird nichts: das Ziel ist die leere Hand.