Die Rubrik Allgemein sammelt 18 Beiträge, die kein einzelnes Spiel erklären,
sondern das Drumherum: woraus Spielkarten bestehen, was ein Stichspiel von einem Ablegespiel
unterscheidet, welche Spiele sich für eine Autofahrt eignen, wie man ein eigenes Kartenspiel drucken
lässt und was hinter Kartentricks und Tarot steckt.
Wer eine konkrete Anleitung sucht, ist in der Rubrik
Kartenspiele richtig. Hier stehen die Texte, die man liest,
wenn die Regeln schon bekannt sind.
Spielkarten als Gegenstand
Ein Blatt Karten ist ein erstaunlich standardisiertes Produkt. Das französische Blatt mit 52
Karten in vier Farben liegt praktisch jedem Spiel zugrunde, das über den deutschen Sprachraum hinaus
gespielt wird; das Skatblatt mit 32 Karten entsteht daraus, indem Zwei bis Sechs wegfallen. Dazu
kommen regionale Bilder: das doppeldeutsche Blatt in Österreich, das Schweizer Blatt mit 36 Karten,
die bayerischen und fränkischen Farben. Wer ein Spiel aus einer anderen Gegend lernt, stolpert
deshalb zuerst über die Bilder und erst danach über die Regeln.
Praktisch relevant ist vor allem die Kartenqualität. Karten mit Leinenstruktur und
Kunststoffschicht lassen sich mischen, ohne aneinander zu kleben, und halten Jahre; unbeschichtetes
Papier verliert nach wenigen Abenden die Ecken. Für Spiele, bei denen viel gemischt wird, ist das
kein Komfortthema, sondern der Unterschied zwischen einem gemischten und einem scheinbar gemischten
Blatt.
Warum die Spielart wichtiger ist als der Titel
Die meisten Kartenspiele lassen sich drei Bauformen zuordnen: Stiche sammeln, Karten ablegen oder
Karten zu Kombinationen legen. Wer das erkennt, lernt das nächste Spiel derselben Familie in wenigen
Minuten, weil nur noch Trumpf, Zählweise und Sonderkarten neu sind. Der Beitrag
Was sind Stichspiele beschreibt die größte dieser Familien,
Die verschiedenen Spielarten ordnet
die übrigen ein.
Der zweite Ordnungsgesichtspunkt ist die Information: wer weiß was, und wann. Bei Solitär liegt
fast alles offen, beim Ablegespiel kennt jede Person nur ihre eigene Hand, und bei Spielen mit
offener Tischmitte ist die Hälfte der Information für alle sichtbar. Daran hängt, ob Mitzählen etwas
bringt.
Karten ohne Spiel: Tricks, Tarot und Werbedrucke
Karten werden auch benutzt, ohne dass gespielt wird. Kartentricks arbeiten mit einer Handvoll
Grundtechniken, die sich in einem Abend lernen lassen und deren Wirkung fast vollständig von der
Vorführung abhängt, nicht vom Trick. Tarotkarten sind eine eigene Blattgattung mit 78 Karten und
werden zum Deuten benutzt; ein Spiel im Sinne dieser Seite sind sie nicht, und der Beitrag dazu
beschreibt die Herkunft der Bilder, nicht ihre Auslegung.
Bedruckte Skatblätter als Werbemittel und selbst gestaltete Fotokartenspiele sind der dritte
Fall. Beides sind Druckerzeugnisse mit denselben Anforderungen wie ein gutes Spielblatt: 300 Gramm
Karton, Kunststoffschicht, abgerundete Ecken. Wer ein Fotokartenspiel verschenkt, prüft am besten
vorher, ob die Rückseiten wirklich identisch sind, denn schon minimale Unterschiede machen ein
Kartenspiel unbrauchbar.
Karten unterwegs
Auf Reisen zählt nur, wie viel Platz ein Spiel braucht und ob es mit Wackeln zurechtkommt. Spiele
ohne Tischmitte funktionieren im Auto, Spiele mit ausgelegten Reihen nicht. Ein Blatt Karten und
zwei Regeln im Kopf ersetzen dabei einen ganzen Stapel Reisespiele, und das ist der praktische Grund,
warum Kartenspiele seit Generationen mit im Gepäck sind.
Mischen ist eine Technik, nicht eine Formalität
Ein Blatt gilt erst nach sieben Mischvorgängen als durchmischt, und das ist keine Redensart,
sondern ein bekanntes Ergebnis der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wer zweimal überhand mischt, hat
ganze Folgen unverändert im Stapel, und bei Spielen mit 52 oder mehr Karten fällt genau das auf: eine
Person bekommt drei Karten derselben Farbe hintereinander. Beim Abheben nach dem Mischen geht es um
denselben Punkt, nämlich um die letzte Stelle, an der noch jemand den Stapel gesehen hat.
Praktisch wichtig ist das bei allen Spielen, in denen der Geber einen Vorteil hat oder in denen
aus dem Ablagestapel wieder gezogen wird. Ein ungemischt umgedrehter Ablagestapel behält seine
Reihenfolge, und wer mitgezählt hat, weiß dann, was kommt.
Häufige Fragen
Wie viele Karten hat ein französisches Blatt?
52 Karten in vier Farben, von der Zwei bis zum Ass. Das Skatblatt mit 32 Karten ist dasselbe
Blatt ohne Zwei bis Sechs.
Woran erkennt man gute Spielkarten?
An der Beschichtung und am Karton. Karten mit Leinenstruktur und Kunststoffschicht gleiten beim
Mischen und behalten ihre Ecken; unbeschichtetes Papier ist nach wenigen Abenden erkennbar
abgenutzt, und abgenutzte Karten sind markierte Karten.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kartenspiel und einem Kartenblatt?
Das Blatt ist der Kartensatz, das Spiel sind die Regeln. Ein Skatblatt trägt Dutzende
verschiedene Spiele, und dasselbe Spiel lässt sich oft mit unterschiedlichen Blättern spielen.
Welche Kartenspiele eignen sich für eine Autofahrt?
Spiele, die keine Tischmitte brauchen und mit einer Hand voll Karten funktionieren. Alles, was
ausgelegte Reihen oder einen Ablagestapel verlangt, fällt bei der ersten Kurve auseinander.
Sind Tarotkarten ein Kartenspiel?
Als Blatt sind sie eine eigene Gattung mit 78 Karten, historisch verwandt mit den Spielkarten.
Gespielt wird damit im deutschen Sprachraum kaum; benutzt werden sie zum Deuten, was etwas anderes
ist als ein Spiel mit Regeln und Gewinner.