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Mau-Mau-Regeln: Karten geben, ablegen und die letzte Karte

Spieler
2–5
Blatt
32 Karten
Mau-Mau – drei 7

Mau-Mau ist das bekannteste Ablegespiel im deutschen Sprachraum. Es wird mit 32 Karten gespielt und ist für 2 bis 5 Spieler ausgelegt. Ziel ist, die eigene Hand vor allen anderen leerzuspielen; wer die letzte Karte ablegt, gewinnt die Runde.

Wie spielt man Mau-Mau? Die Regeln passen auf eine Postkarte, und trotzdem wird das Spiel in kaum zwei Haushalten gleich gespielt. Die Grundregel ist überall dieselbe, die Aktionskarten sind es nicht. Unten stehen deshalb erst die Mau-Mau-Regeln in der Fassung, die als Standard gilt, und danach eine Übersicht der verbreiteten Varianten mit dem Hinweis, welche davon Hausregel ist.

1. Die Mau-Mau-Regeln: Ziel und Grundzug

In der Tischmitte liegt eine offene Karte. Wer am Zug ist, legt eine Karte darauf, die zu dieser offenen Karte passt. Passend heißt:

  • gleiche Farbe: auf Herz 9 kommt jede andere Herzkarte, oder
  • gleicher Wert: auf Herz 9 kommt jede andere Neun, unabhängig von der Farbe.

Wer nichts Passendes hat, zieht eine Karte vom verdeckten Stapel und ist damit fertig. Passt die gezogene Karte, darf sie in vielen Runden sofort gelegt werden; in anderen endet der Zug in jedem Fall. Das ist der erste Punkt, den man vorher klärt.

2. Vorbereitung

Gespielt wird mit einem Skatblatt aus 32 Karten, also Sieben bis Ass in vier Farben. Jede Person erhält fünf Karten verdeckt auf die Hand. Der Rest bleibt als verdeckter Stapel liegen, die oberste Karte wird daneben aufgedeckt und bildet den Ablagestapel.

Ist die aufgedeckte Startkarte eine Aktionskarte, wird sie in den meisten Runden wie eine normale Karte behandelt: das Spiel beginnt, ohne dass die Wirkung eintritt. Wer es strenger mag, lässt die Wirkung schon auf die erste Person treffen.

Zu mehr als fünf Personen reichen 32 Karten nicht. Dann werden zwei Skatblätter zusammengelegt, was 64 Karten ergibt, und es kann bis zu zehn Personen mitspielen. An den Regeln ändert das nichts, nur die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Karte noch im Spiel ist, verschiebt sich.

3. Der Ablauf in sechs Schritten

  1. Prüfen. Passt eine Handkarte in Farbe oder Wert zur offenen Karte?
  2. Legen oder ziehen. Passende Karte offen ablegen, sonst genau eine Karte vom Stapel ziehen.
  3. Wirkung ausführen. War die gelegte Karte eine Aktionskarte, tritt ihre Wirkung sofort ein und betrifft die nächste Person.
  4. Ansagen. Wer nur noch eine Karte auf der Hand hat, sagt Mau. Wer die letzte ablegt, sagt Mau-Mau.
  5. Weitergeben. Die nächste Person im Uhrzeigersinn ist an der Reihe, sofern keine Aktionskarte etwas anderes bestimmt.
  6. Nachschub. Ist der verdeckte Stapel leer, wird der Ablagestapel bis auf die oberste Karte umgedreht, gemischt und dient als neuer Vorrat.

4. Die Aktionskarten

Hier entscheidet sich, welches Mau-Mau am Tisch gespielt wird. Die Sieben und der Bube sind praktisch überall gleich, bei Acht, Neun und Ass gehen die Fassungen auseinander.

KarteWirkungVerbreitung
SiebenDie nächste Person zieht zwei Karten und setzt aus.Standard
BubeWer ihn legt, wünscht sich eine Farbe. Der Bube passt auf jede Karte.Standard
AchtDie nächste Person setzt aus, ohne zu ziehen.Standard
NeunDie Spielrichtung wechselt.Hausregel
AssWer es legt, ist sofort noch einmal an der Reihe.Hausregel
ZehnDie Spielrichtung wechselt oder die Karte wirkt gar nicht.selten

Die Sieben und das Stapeln

Die Sieben ist die Karte, die Runden kippt. Legt jemand eine Sieben, zieht die nächste Person zwei Karten. Hat diese Person aber selbst eine Sieben, darf sie sie darauflegen und die Strafe weitergeben, jetzt für vier Karten. In vielen Runden wird so lange gestapelt, wie Siebenen im Spiel sind, und bei vier Siebenen im 32er-Blatt können daraus acht Karten für eine Person werden.

Ob gestapelt werden darf, ist die wichtigste Absprache vor dem ersten Zug. Ohne Stapeln ist Mau-Mau ein ruhiges Familienspiel, mit Stapeln wird es deutlich härter.

Der Bube und der Farbwunsch

Ein Bube passt auf jede Karte, unabhängig von Farbe und Wert. Wer ihn legt, nennt eine Farbe, und die nächste Person muss diese Farbe bedienen oder selbst einen Buben legen. Zwei Einschränkungen sind verbreitet:

  • Ein Bube darf nicht auf einen Buben gelegt werden. Wer keinen anderen Ausweg hat, zieht.
  • Die gewünschte Farbe darf nicht die eigene Notlösung sein: gewünscht wird laut und vor dem Zug der nächsten Person, nicht nachträglich.

5. Mau und Mau-Mau: die Ansage

Die Ansage ist Teil der Regel, nicht Folklore. Wer bei einer verbleibenden Karte Mau vergisst und es fällt jemandem auf, zieht in den meisten Runden zwei Strafkarten. Dasselbe gilt für Mau-Mau bei der letzten Karte: ohne Ansage gilt die Runde nicht als beendet, und es wird weitergespielt.

Gemeldet werden darf nur, solange die nächste Person noch nicht gelegt hat. Wer die Ansage erst später bemerkt, kommt zu spät.

6. Was mit der letzten Karte erlaubt ist

Diese Frage entscheidet mehr Runden als jede andere, und die Antwort ist eine Absprache. Drei Fassungen sind verbreitet:

FassungLetzte Karte darf seinWirkung
strengkeine AktionskarteSieben, Acht und Bube müssen vorher weg
mittelkeine Sieben und kein Bubedie Acht als Schluss ist erlaubt
offenjede Kartedie Wirkung tritt noch ein und trifft die nächste Person

In der offenen Fassung kann die Runde also mit einer Sieben enden, und die nächste Person zieht trotzdem noch zwei Karten. Das ist regeltechnisch sauber, wird aber oft als unfair empfunden, weshalb viele Runden die mittlere Fassung spielen.

7. Wertung

Am einfachsten gewinnt einfach, wer zuerst fertig ist, und die Runde ist damit vorbei. Wer über mehrere Runden zählen will, verwendet die verbreitete Punktetabelle für die Karten, die die anderen noch auf der Hand halten:

KartePunkte
Bube20
Ass11
Zehn10
König4
Dame3
Neun, Acht, Siebender aufgedruckte Wert

Gespielt wird bis zu einer vereinbarten Grenze, etwa 100 Punkte. Wer sie überschreitet, hat verloren. Der Bube ist damit gleichzeitig die stärkste und die teuerste Karte: er passt immer, kostet aber am meisten, wenn die Runde vorher endet.

8. Mau-Mau und UNO

Wer UNO kennt, kennt Mau-Mau. Die Zuordnung ist fast eins zu eins: die Sieben entspricht der Zieh-zwei-Karte, die Acht dem Aussetzen, die Neun der Richtungsumkehr und der Bube der Farbwunschkarte. UNO verkauft dieselbe Mechanik mit einem eigenen Blatt, festgelegten Regeln und einem Namen, den man schützen kann.

Der praktische Unterschied liegt beim Blatt. UNO braucht seine eigenen Karten, Mau-Mau nur ein Skatblatt, das in fast jedem Haushalt liegt. Wer UNO vergleichen will, findet die Regeln dort im Detail.

9. Verbreitete Varianten der Mau-Mau-Spielregeln

Keine der folgenden Fassungen ist falsch. Sie sind gewachsene Mau-Mau-Spielregeln, und am Tisch gilt, was vor dem Geben abgesprochen wurde.

Mau-Mau mit sechs oder sieben Startkarten

Statt fünf werden sechs oder sieben Karten gegeben. Die Runden dauern länger, und Aktionskarten sammeln sich, weil mehr davon von Anfang an auf den Händen liegen.

Ziehen bis passend

Wer nicht legen kann, zieht nicht eine Karte, sondern so lange, bis eine passt. Das beschleunigt das Spiel, macht Pechsträhnen aber brutal: eine einzige verpasste Farbe kann eine Hand von fünf auf zehn Karten wachsen lassen.

Mau-Mau zu zweit

Zu zweit funktioniert das Spiel, aber die Aussetz-Karten kehren ihre Wirkung um: wer eine Acht legt, überspringt die eine andere Person und ist sofort selbst wieder dran. Zu zweit ist die Acht also keine Behinderung, sondern ein Extrazug.

Schwimmen lassen

In manchen Runden darf man freiwillig ziehen, obwohl eine passende Karte auf der Hand liegt, etwa um einen Buben für später zu behalten. Andere Runden verlangen, dass gelegt wird, wenn gelegt werden kann.

10. Eine Runde von Anfang bis Ende

Vier Personen spielen mit 32 Karten. Jede hat fünf Karten, in der Mitte liegt Karo 9 offen.

ZugWas passiertOffen liegt danach
1Erste Person legt Karo Dame, passende Farbe.Karo Dame
2Zweite Person legt Herz Dame, gleicher Wert, Farbe gewechselt.Herz Dame
3Dritte Person legt Herz Sieben. Vierte Person zieht zwei und setzt aus.Herz Sieben
4Erste Person legt Pik Sieben. Die Farbe passt nicht, der Wert schon, also erlaubt.Pik Sieben
5Zweite Person hat keine Sieben und kein Pik, zieht eine Karte.Pik Sieben
6Dritte Person legt Buben, wünscht Kreuz.Bube, Wunsch Kreuz
7Vierte Person legt Kreuz Ass und sagt Mau: eine Karte übrig.Kreuz Ass

Zug 4 zeigt die Regel, die am häufigsten falsch gespielt wird: eine Sieben darf auf eine Sieben, obwohl die Farbe nicht passt, weil der gleiche Wert reicht. Und weil es eine Sieben ist, wandert die Strafe weiter. Zug 3 zeigt die andere Seite: die vierte Person zieht zwei Karten und ist übersprungen, ihr Zug fällt komplett aus.

11. Die häufigsten Regelfehler

Nach dem Ziehen weiterlegen wollen. Wer eine Karte gezogen hat, ist in der Standardfassung fertig, auch wenn die gezogene Karte passt. Ob sofort gelegt werden darf, ist Absprache, und es gilt nur eine der beiden Fassungen am Tisch, nicht beide gleichzeitig.

Die Sieben-Strafe mit einer Acht abwehren. Gegen eine Sieben hilft nur eine Sieben. Eine Acht ist keine Abwehr, sondern eine eigene Aktion, die erst gelegt werden könnte, wenn die Strafe erledigt ist.

Den Farbwunsch vergessen. Wer einen Buben legt und keine Farbe nennt, hat den Zug nicht abgeschlossen. Gilt in manchen Runden als Strafkartenfall, in anderen wird nur nachgefragt.

Aussetzen und Ziehen verwechseln. Die Sieben lässt ziehen und aussetzen, die Acht nur aussetzen. Wer nach einer Acht noch zwei Karten zieht, spielt eine Regel, die es nicht gibt.

Mit dem letzten Blatt weitermischen. Wird der Vorrat neu gemischt, bleibt die oberste Karte des Ablagestapels liegen. Sie wird nicht mitgemischt, sonst weiß niemand mehr, worauf gelegt werden muss.

12. Woher Mau-Mau kommt

Mau-Mau gehört zu einer Familie von Ablegespielen, die in vielen Ländern unter eigenen Namen gespielt wird. In der Schweiz heißt die nahe Verwandte Tschau Sepp, im englischen Sprachraum wird die Gruppe meist unter Mao oder Crazy Eights geführt. Woher der Name Mau-Mau genau kommt, ist nicht geklärt; es gibt mehrere Erklärungsversuche, und keiner davon ist belegt.

Was sich belegen lässt, ist die Verbreitung: Mau-Mau braucht nur ein Skatblatt und fünf Minuten Erklärung, und genau das hat es zum Standardspiel für Wartezeiten, Zugfahrten und Familienabende gemacht. Dass es keine verbindliche Regelfassung gibt, ist dabei kein Mangel, sondern der Grund, warum sich das Spiel überall etwas anders eingerichtet hat.

13. Drei Dinge, die den Unterschied machen

Farben zählen, nicht Karten. Wer mitverfolgt, welche Farbe reihum ausgeht, weiß, mit welchem Farbwunsch der Bube am meisten weh tut. Eine Farbe, von der schon sechs Karten liegen, ist der beste Wunsch.

Die Sieben aufsparen, aber nicht zu lange. Eine Sieben in der Hand ist eine Versicherung gegen die Sieben der anderen. Sie ist aber auch sieben Punkte, die am Rundenende zählen, und sie blockiert einen Ablageplatz.

Den Buben nicht als letzte Karte planen. In den meisten Runden ist genau das verboten, und wer bei einer Karte auf einen Buben sitzt, muss ziehen, obwohl er theoretisch fertig wäre.

14. Mau-Mau mit Kindern

Die Mau-Mau-Regeln sind eine der wenigen Kartenspiel-Anleitungen, die mit Vorschulkindern funktionieren, weil der Grundzug nur eine Entscheidung verlangt: passt die Karte in Farbe oder Wert. Was Kinder überfordert, sind die Aktionskarten und das Punktezählen. Zwei Anpassungen reichen:

  • Nur die Sieben behalten. Acht, Neun und Ass werden als normale Karten gespielt. Der Bube bleibt Farbwunsch, weil Kinder gerade den Farbwunsch schnell verstehen und gern nutzen.
  • Kein Stapeln, keine Punkte. Wer zuerst fertig ist, gewinnt die Runde, und die nächste beginnt. Das hält die Runde kurz und den Frust klein.

Ab etwa sieben Jahren kommen Stapeln und Aussetzen dazu, das Punktezählen sinnvollerweise erst, wenn die Zahlen sicher addiert werden. Mehr dazu bei den Kartenspielen für Kinder.

15. Regionale Namen und nahe Verwandte

Dieselbe Mechanik läuft im deutschsprachigen Raum unter mehreren Namen, und die Mau-Mau-Regeln unterscheiden sich dabei genau so weit, wie sich Hausregeln unterscheiden.

NameWo verbreitetBesonderheit
Mau-MauDeutschland, ÖsterreichSkatblatt, Sieben zieht zwei, Bube wünscht
Tschau SeppSchweizSchweizer Blatt mit 36 Karten, eigene Aktionskarten
Crazy Eightsenglischer Sprachraumdie Acht ist die Wunschkarte, nicht der Bube
UNOüberalleigenes Blatt, feste Regeln, gleiche Mechanik

Praktisch heißt das: wer Mau-Mau kann, sitzt in einer Schweizer Runde nach zwei Minuten Erklärung mit am Tisch. Nur welche Karte was tut, muss neu gelernt werden.

16. Häufige Fragen

Wie viele Karten bekommt man bei Mau-Mau?

Fünf Karten, verdeckt gegeben. Wie spielt man Mau-Mau mit mehr Personen? Verbreitete Varianten geben sechs oder sieben Karten; das verlängert die Runde, ändert aber keine Regel.

Mit welchem Blatt spielt man Mau-Mau?

Die Mau-Mau-Spielregeln setzen ein Skatblatt aus 32 Karten voraus, also Sieben bis Ass. Für mehr als fünf Personen werden zwei Blätter zusammengelegt. Mit einem 52-Karten-Blatt funktioniert es ebenfalls, dann kommen Zwei bis Sechs hinzu, die keine Wirkung haben.

Was passiert, wenn die letzte Karte eine Sieben ist?

Das ist eine Absprache. In der strengen Fassung darf die letzte Karte keine Aktionskarte sein, die Sieben muss also vorher weg. In der offenen Fassung ist der Schluss mit einer Sieben erlaubt, und die nächste Person zieht trotzdem noch zwei Karten. Wer es vorher nicht klärt, klärt es mitten in der Runde, und das endet selten friedlich.

Darf man einen Buben auf einen Buben legen?

In der verbreiteten Fassung nicht. Wer auf einen Buben keinen Ausweg in der gewünschten Farbe hat, zieht eine Karte.

Was passiert, wenn man Mau vergisst?

Wer die Ansage bei einer verbleibenden Karte vergisst und darauf hingewiesen wird, zieht zwei Strafkarten. Der Hinweis muss kommen, bevor die nächste Person gelegt hat.

Kann man Mau-Mau zu zweit spielen?

Ja. Zu beachten ist nur, dass Aussetz-Karten dann dem Legenden selbst einen zweiten Zug verschaffen, statt jemanden zu behindern.

Darf man eine Sieben auf eine Sieben legen, wenn die Farbe nicht passt?

Ja. Der gleiche Wert reicht immer, unabhängig von der Farbe. Genau deshalb lässt sich die Zieh-Strafe weitergeben.

Wie viele Personen können mitspielen?

Mit einem Skatblatt zwei bis fünf. Mit zwei zusammengelegten Blättern, also 64 Karten, bis zu zehn.

Muss man legen, wenn man legen könnte?

Das ist Absprache. Die strenge Fassung verlangt es, die offene erlaubt freiwilliges Ziehen, etwa um einen Buben für später zu behalten.

Ist Mau-Mau dasselbe wie UNO?

Die Mechanik ist praktisch identisch, das Blatt nicht. UNO bringt eigene Karten und feste Regeln mit, Mau-Mau kommt mit einem Skatblatt aus und lebt von Hausregeln.

Wer weiterlesen will: Rommé ist das Legespiel mit demselben Ziel und ganz anderem Weg, Skip-Bo das Ablegespiel mit festen Reihenfolgen, und Kartenspiele für Kinder sammelt die Runden, die mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne funktionieren.

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