Schwarzer Peter – Spielregeln für Kinder und Erwachsene
- Spieler
- 2–6

Schwarzer Peter ist das bekannteste Kinderkartenspiel im deutschen Sprachraum und das seltene Spiel, bei dem der Verlierer ermittelt wird. Gespielt wird mit einem Paarblatt und einer einzelnen Karte, dem Schwarzen Peter, und es ist für 2 bis 6 Spieler ausgelegt. Wer diese Karte am Ende in der Hand hält, hat verloren.
Der Reiz liegt darin, dass niemand gewinnt, sondern alle nur verlieren können. Für Kinder ist das ein leichterer Einstieg als ein Punktespiel: es gibt nichts zu zählen, und die Regel besteht aus einem einzigen Satz.
1. Das Ziel und der Grundzug
Alle Karten sind paarweise vorhanden, nur eine nicht. Ziel ist, die eigene Hand durch Ablegen von Paaren zu leeren. Wer keine Karten mehr hat, ist aus dem Spiel und hat nicht verloren. Übrig bleibt am Ende eine Person mit einer einzelnen Karte: dem Schwarzen Peter.
2. Der Ablauf
- Geben. Alle Karten werden verteilt. Dass eine Person eine Karte mehr hat, ist ohne Bedeutung.
- Paare ablegen. Jede Person legt sofort alle Paare, die sie auf der Hand hat, offen ab.
- Ziehen. Reihum wird bei der Person links eine Karte verdeckt aus der Hand gezogen. Passt sie zu einer eigenen Karte, wird das Paar abgelegt.
- Ausscheiden. Wer keine Karten mehr hält, ist fertig und wird übersprungen.
- Ende. Bleibt eine Person mit dem Schwarzen Peter übrig, ist die Runde beendet.
Verbreitet ist, dass die Verliererin oder der Verlierer mit einem Strich auf der Nase markiert wird, in Kinderrunden mit Kohle oder Schminkstift. Das ist der eigentliche Grund, warum Kinder das Spiel mögen, und der Ursprung des Ausdrucks, jemandem den Schwarzen Peter zuzuschieben.
3. Mit einem gewöhnlichen Blatt spielen
Ein Schwarzer-Peter-Blatt ist nicht nötig. Mit einem Skatblatt wird ein Bube entfernt: die verbleibenden drei Buben sorgen dafür, dass eine Karte kein Paar findet, und dieser Bube ist dann der Schwarze Peter. Genauso funktioniert es mit einem französischen Blatt und einer entfernten Dame, was der englischen Fassung Old Maid entspricht, der alten Jungfer.
Gespielt wird dabei nach Wert, nicht nach Farbe: zwei Neunen sind ein Paar, unabhängig davon, welche Farben sie haben.
4. Herkunft
Der Legende nach geht der Name auf den Räuber Johann Peter Petri zurück, einen Weggefährten des Schinderhannes, der das Spiel um 1811 im Gefängnis erfunden haben soll. Belegt ist das nicht, und vermutlich ist das Spiel älter: in Schänken wurde auf dieselbe Weise ermittelt, wer die Zeche zahlt. Aus dieser Herkunft erklärt sich, dass ein Kinderspiel ohne Punkte und ohne Gewinner überlebt hat.
5. Drei Dinge, die den Unterschied machen
Die Karten nicht sortieren. Wer seine Hand nach Werten ordnet, verrät durch die Position, wo der Peter steckt. Kinder lesen das schneller, als Erwachsene vermuten.
Den Peter in die Mitte schieben. Gezogen wird meist aus der Mitte oder am Rand, je nach Gewohnheit der Runde. Die Karte dorthin zu legen, wo seltener gegriffen wird, ist die ganze Taktik des Spiels.
Nicht reagieren. Ein kurzes Zögern beim Hinhalten der Hand sagt mehr als jede Karte. Genau daran scheitern Erwachsene öfter als Kinder.
6. Die häufigsten Regelfehler
Paare nach Farbe verlangen. Gepaart wird nach Motiv oder Wert, nicht nach Farbe.
Offen ziehen lassen. Gezogen wird verdeckt aus der aufgefächerten Hand der Nachbarin oder des Nachbarn.
Wer zuerst fertig ist, gewinnt. Es gibt keinen Gewinner. Ermittelt wird nur, wer am Ende den Schwarzen Peter hält.
Weiterspielen, bis zwei Personen übrig sind. Sobald nur noch eine Person Karten hält, ist die Runde vorbei.
7. Häufige Fragen
Wie viele Karten braucht man für Schwarzer Peter?
Ein Blatt aus Paaren plus eine einzelne Karte. Die Zahl unterscheidet sich je Ausgabe; mit einem Skatblatt wird ein Bube entfernt, dann sind es 31 Karten.
Wie viele Personen können mitspielen?
Zwei bis sechs. Zu zweit läuft die Runde sehr schnell, weil immer dieselbe Hand gezogen wird; schöner ist es ab drei Personen.
Kann man Schwarzer Peter mit normalen Spielkarten spielen?
Ja. Aus einem Skatblatt wird ein Bube entfernt, aus einem französischen Blatt eine Dame. Die übrig gebliebene Karte ohne Partner ist dann der Schwarze Peter.
Wer gewinnt bei Schwarzer Peter?
Niemand. Wer seine Karten los ist, ist einfach fertig. Ermittelt wird die Person, die am Ende die einzelne Karte hält.
Ab welchem Alter ist das Spiel geeignet?
Ab etwa vier Jahren, sobald Bildpaare erkannt werden. Punkte gibt es nicht, und mehr als das Erkennen zweier gleicher Karten verlangt das Spiel nicht.
Foto: Kinderspiel Schwarzer Peter von Ravensburger