Scopa – Italiens beliebtestes Kartenspiel
- Spieler
- 2–4
- Blatt
- 40 Karten

Die Italiener vertreiben sich gerne ihre Zeit mit einer Runde Scopa. Der Name bedeutet übersetzt Besen. Dabei muss am Ende niemand den Boden kehren. Gespielt wird mit einem italienisch-spanischen Blatt. Hier gibt es spezielle Karten wie die aus Peacenza (carte piacentine) oder auch neapolitanische Karten (carte napoletane). Neben den unterschiedlichen Karten gibt es auch ganz verschiedene Spielvarianten, je nach Region. In der Regel nehmen zwei Spieler an einem Kartenduell teil. Es gibt aber auch Versionen, an denen bis zu vier Spieler teilnehmen können. Diese Variante wird dann Scopone genannt. Die Begeisterung für das Spiel beginnt schon im Kindesalter. Danach möchte niemand so schnell mehr aufhören.
1. Stäbe oder Kelche? Das ist die typische Scopa-Frage
Die Karten bei Scopa unterscheiden sich stark von dem hierzulande gängigen französischen Blatt. Statt Herz, Pik, Karo und Kreuz spielt man mit Gold (denari), Stäben (bastoni), Kelchen (coppe) und Schwertern (spade). Es gibt insgesamt 40 Spielkarten mit unterschiedlichen Werten von 1 bis 10. Das Ass ist dabei die Eins. Diese Karte ziert nur ein Gegenstand. Danach folgen die Werte Zwei bis Sieben, mit der passenden Anzahl an Gegenständen. Der Bube ist die Acht, in manchen Blättern ist diese Zahl auch als Dame dargestellt. Der Reiter ist die Neun, der König die Zehn. Alle Karten behalten ihre Werte während des gesamten Spielverlaufs. Die Auszählung erfolgt allerdings nach Punkten.
Der Spielverlauf bei Scopa
Nach dem Mischen beginnt das Spiel, wie in Italien üblich, gegen den Uhrzeigersinn. Zunächst erhält jeder Spieler drei Karten verdeckt auf die Hand. Vier Karten werden offen auf den Tisch gelegt. Nun muss jeder Spieler reihum eine Karte offen auf den Tisch spielen. Spielt er geschickt, so kann er die Tischkarten kaufen. Möchte er dies jedoch nicht tun, kann er dem entgehen und eine andere Karte ausspielen. Wichtig ist: Niemand darf sich bei Scopa aus der Spielrunde stehlen. Jeder muss eine Karte spielen. Sind alle drei Handkarten ausgespielt, so werden neue Karten verteilt und zwar solange, bis der Talon leer ist und sich alle Karten im Spiel befinden. Neben dem richtigen Platz auf der Hand braucht es hier viel Geschick und natürlich auch Glück um auf der Tischmitte die richtigen Karten vorzufinden, damit eine Strategie zu fahren und das Kartenspiel für sich zu entscheiden.
Wer gewinnt beim Kartenspiel Scopa?
Sobald ein Spieler elf Punkte erreicht, oder auch 21 Punkte, endet das Spiel automatisch. Erreichen zwei Spieler diese Punktzahl in der letzten Runde, so entscheidet die Wertigkeit der Karten über Sieg oder Niederlage. Die Reihenfolge der Karten ist dabei „carta“, „denari“, „settebello“, „primiera„ und „scopa“.
- Die Scopa ist erreicht, wenn einer der Spieler es schafft, alle Karten vom Tisch gleichzeitig aufzukaufen.
- Eine Primiera hingegen ist erreicht, wenn eine Kombination aus vier Karten von jeweils einer Farbe gelingt.
- Für eine Carta genügt es, insgesamt 20 Karten auf der Hand zu haben.
- Denari erreicht derjenige, der am meisten Goldkarten besitzt.
- Settebello erlangt, wer eine Münzensieben sein Eigen nennt.
Und da es so viele Möglichkeiten gibt, auf die Elf, beziehungsweise 21 zu kommen, bleibt Scopa auch nach vielen Runden immer noch interessant und spannend.
2. Das Blatt und der Grundzug
Gespielt wird mit einem italienischen Blatt aus 40 Karten: den Werten 1 bis 7 sowie Fante, Cavallo und Re in vier Farben, nämlich Denari, Coppe, Spade und Bastoni. Regionale Ausgaben wie die neapolitanischen oder die piacentinischen Karten unterscheiden sich nur in den Bildern.
Jede Person erhält drei Karten, vier liegen offen in der Tischmitte. Wer am Zug ist, legt eine Karte und nimmt damit vom Tisch, was passt:
- eine Karte mit demselben Wert, oder
- mehrere Karten, deren Summe dem Wert der gelegten Karte entspricht.
Passt nichts, bleibt die Karte offen liegen und vergrößert den Vorrat für die anderen. Wer den Tisch vollständig leerräumt, macht eine Scopa, den Besen, und das ist einen Punkt wert.
3. Die Wertung
| Punkt für | Bedingung |
|---|---|
| Karten | die meisten Karten insgesamt |
| Denari | die meisten Karten der Farbe Denari |
| Settebello | die Sieben in Denari |
| Primiera | die beste Sammlung aus je einer Karte pro Farbe |
| Scopa | je einmal für jedes Leerräumen des Tisches |
Gespielt wird über mehrere Runden bis 11 oder 21 Punkte. Weil vier der fünf Punktarten nichts mit der Kartenmenge zu tun haben, ist das Sammeln der richtigen Karten wichtiger als das Sammeln vieler: die Sieben in Denari allein ist so viel wert wie die Mehrheit aller Karten.
4. Scopone und andere Fassungen
Zu vieren wird in Teams gespielt; mit neun Karten je Person heißt die Fassung Scopone, und weil dann fast das ganze Blatt auf den Händen liegt, ist sie ein Rechenspiel. Verwandt ist die Bauform mit dem deutschen Zwickern: auch dort werden Karten vom Tisch gefangen statt gestochen.
5. Häufige Fragen
Wie viele Karten braucht man für Scopa?
40 Karten eines italienischen Blattes: 1 bis 7 plus Fante, Cavallo und Re in vier Farben. Ein französisches Blatt funktioniert, wenn Acht, Neun und Zehn entfernt werden.
Was bedeutet Scopa?
Besen. Gemeint ist der Zug, der den Tisch vollständig leerräumt, und er bringt einen Punkt.
Wie wird gefangen?
Mit einer Karte desselben Wertes oder mit einer Karte, deren Wert der Summe mehrerer Tischkarten entspricht.
Was ist der Settebello?
Die Sieben in Denari. Sie zählt einen eigenen Punkt und ist damit die wichtigste einzelne Karte des Spiels.
Wie viele Personen spielen Scopa?
Meist zwei, zu vieren in Teams. Die Fassung mit neun Karten je Person heißt Scopone.
Foto: Symbol auf einer neapolitanischen Scopa-Karte