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Bauernskat – Skatvariante für zwei Spieler

Spieler
2
Blatt
32 Karten
Bauernskat ist Skat für zwei Spieler

Bauernskat ist Skat für zwei Personen, bekannt auch als Offizierskat oder Kutscherskat. Es wird mit 32 Karten gespielt und ist für 2 Spieler ausgelegt. Wer mehr als die Hälfte der 120 Kartenpunkte in seinen Stichen sammelt, gewinnt die Runde.

Der Name Kutscherskat erklärt sich aus der Entstehung: gespielt wurde auf dem Kutschbock, während die Kutscher auf ihre Fahrgäste warteten. Zwei Personen, ein kleines Blatt, kein Tisch nötig. Der größte Unterschied zum klassischen Skat ist nicht die Personenzahl, sondern die Information: die Hälfte der Karten liegt offen, und zwar auf beiden Seiten.

1. Das Ziel des Spiels

Gezählt werden die Kartenwerte in den eigenen Stichen. Im Blatt stecken 120 Punkte, gewonnen hat die Runde, wer 61 oder mehr davon holt. Es geht also nicht um die Zahl der Stiche, sondern um deren Inhalt: ein einzelner Stich mit zwei Assen und einer Zehn ist mehr wert als vier Stiche mit Zahlenkarten.

2. Die Kartenwerte

KartePunkte
Ass11
Zehn10
König4
Dame3
Bube2
Neun, Acht, Sieben0

Die Zehn steht zwischen König und Ass, und das ist die Regel, die Einsteiger am häufigsten übersehen: eine Zehn schlägt einen König, obwohl sie kleiner aussieht. Die Karten ohne Punktwert sind trotzdem nützlich, weil sie einen Stich bedienen, ohne etwas zu kosten.

3. Der Aufbau: zwei Reihen zu acht

Beide Personen erhalten 16 Karten, und zwar in einer festen Reihenfolge, damit die Anordnung gleich bleibt:

  1. Vier verdeckte Karten in einer Reihe für jede Person.
  2. Noch vier verdeckte Karten in einer zweiten Reihe für jede Person.
  3. Auf jede verdeckte Karte kommt eine offene Karte.

Vor jeder Person liegen damit zwei Reihen zu je acht Karten, von denen acht offen sichtbar sind und acht darunter verdeckt warten. Beide Seiten sehen also nicht nur ihre eigenen Möglichkeiten, sondern auch die Hälfte der gegnerischen.

4. Der Ablauf

  1. Trumpf bestimmen. Wer nicht gegeben hat, beginnt und legt die Trumpffarbe fest.
  2. Ausspielen. Gespielt wird eine der eigenen offenen Karten, niemals eine verdeckte.
  3. Bedienen. Die Gegenseite muss die ausgespielte Farbe bedienen, wenn sie das offen kann. Ist das nicht möglich, darf sie eine beliebige Karte abwerfen oder mit Trumpf stechen.
  4. Aufdecken. Sobald eine offene Karte gespielt ist, wird die verdeckte Karte darunter umgedreht. So werden im Verlauf der Runde alle Karten sichtbar.
  5. Weiter geht es beim Sieger. Wer den Stich gemacht hat, spielt die nächste Karte aus.
  6. Ende. Die Runde endet, wenn alle Karten gespielt sind. Danach werden die Punkte in den Stichen gezählt, und die verlierende Seite mischt.

5. Warum offene Karten das Spiel verändern

Weil jede gespielte Karte eine neue aufdeckt, wird die Information mit jedem Stich besser. Zu Beginn kennt man acht gegnerische Karten, in der Mitte der Runde zwölf, am Ende alle. Wer mitdenkt, spielt die letzten vier Stiche praktisch mit offenen Karten und kann sie durchrechnen.

Daraus folgt eine Regel, die im Dreierskat keine Rolle spielt: eine hohe Karte ist nicht nur wertvoll, sondern auch sichtbar. Wer ein Ass offen liegen hat, verrät es, und die Gegenseite spielt die Farbe schlicht nicht an. Umgekehrt lohnt es sich, eine hohe Karte früh zu spielen, solange die Gegenseite noch bedienen muss.

6. Verbreitete Varianten

Harlekinskat

Nur die Hälfte der Karten wird offen ausgelegt, die andere Hälfte auf die Hand genommen. Damit bleibt ein Teil des eigenen Blattes geheim, und das Spiel braucht deutlich weniger Platz. In dieser Fassung wird verbreitet auch gereizt.

Aufgelegter Schafkopf

Gespielt wird mit einem bayerischen Blatt, und Damen und Buben sind Trumpf, wie beim Schafkopf. Der Reiz liegt weniger im Ergebnis als in der gewohnten Trumpfordnung; ein Sieger wird oft gar nicht ausgezählt.

Mit gereizten Spielarten

Manche Runden übernehmen die Spielarten des großen Skat, also Farbspiel, Grand und Null, und reizen sie vorher aus. Das macht aus der schnellen Zweierrunde ein anspruchsvolles Spiel, verlangt aber, dass beide Seiten die Reizwerte kennen.

7. Drei Entscheidungen, die zählen

Die Zehn schützen. Zehn Punkte sind der zweitgrößte Wert im Blatt, und die Zehn hat nur das Ass über sich. Sie in einen Stich zu geben, den man nicht sicher gewinnt, kostet mehr als jeder verlorene Stich mit Zahlenkarten.

Trumpf nach der Länge wählen, nicht nach der Höhe. Fünf Karten einer Farbe sind als Trumpf mehr wert als drei hohe Karten in einer anderen, weil man mit Länge die Stiche am Ende kontrolliert.

Die aufgedeckte Karte einplanen. Wer eine offene Karte spielt, deckt darunter etwas auf. Wenn dort ein Ass liegt, verrät man es der Gegenseite im selben Zug. Manchmal ist es richtig, die andere Reihe zu spielen, obwohl die Karte schlechter ist.

8. Die häufigsten Regelfehler

Eine verdeckte Karte ausspielen. Gespielt wird ausschließlich aus der offenen Reihe. Verdeckte Karten kommen erst ins Spiel, wenn sie aufgedeckt sind.

Das Aufdecken vergessen. Nach jeder gespielten Karte wird die darunterliegende umgedreht, und zwar sofort, nicht am Ende des Stichs.

Nach Stichen statt nach Punkten zählen. Es gewinnt nicht, wer mehr Stiche hat, sondern wer mehr als 60 Punkte in den Stichen hat.

Die Zehn unter den König sortieren. Die Reihenfolge ist Ass, Zehn, König, Dame, Bube, Neun, Acht, Sieben. Wer die Zehn tiefer einordnet, verschenkt Stiche.

9. Häufige Fragen

Wie viele Karten braucht man für Bauernskat?

32 Karten, also ein Skatblatt von Sieben bis Ass. Jede der beiden Personen erhält 16 Karten, angeordnet in zwei Reihen zu acht, von denen acht offen liegen.

Ist Bauernskat dasselbe wie Offizierskat?

Ja, das sind zwei Namen für dasselbe Spiel. Verbreitet ist auch Kutscherskat, der Name, der auf die Entstehung auf dem Kutschbock verweist.

Wie viele Punkte braucht man zum Sieg?

61 von 120 Punkten, also mehr als die Hälfte. Bei 60 zu 60 ist die Runde unentschieden, was manche Runden als Sieg der gebenden Seite werten.

Darf man verdeckte Karten ausspielen?

Nein. Spielbar ist immer nur die offene Karte. Die verdeckte darunter wird erst umgedreht, nachdem die offene gespielt wurde.

Kann man Bauernskat zu dritt spielen?

Nein, es ist ein Spiel für genau zwei Personen. Zu dritt wird der gewöhnliche Skat gespielt, für den die Regeln von Grund auf anders sind.

Braucht man ein Skatblatt oder geht ein französisches Blatt?

Ein französisches Blatt mit 52 Karten funktioniert, wenn Zwei bis Sechs aussortiert werden. Übrig bleiben genau die 32 Karten, die gebraucht werden.

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