Uno – Regeln, Aktionskarten und Varianten des Kartenspiels
- Spieler
- 2–10
- Blatt
- 108 Karten

Uno ist das bekannteste Ablegespiel mit eigenem Blatt. Es wird mit 108 Karten gespielt und ist für 2 bis 10 Spieler ausgelegt. Ziel ist, alle Karten abzulegen, und wer die vorletzte Karte spielt, muss laut „Uno" sagen.
Die Verwandtschaft mit Mau-Mau ist offensichtlich und kein Zufall: gelegt wird auf Farbe oder Zahl, Aktionskarten greifen in den Ablauf ein. Der Unterschied liegt im Blatt. Uno bringt seine Farben und Aktionen selbst mit, statt sie einem Skatblatt zuzuweisen, und dadurch sind die Wirkungen eindeutig statt Absprache.
1. Das Blatt: 108 Karten
| Karte | Anzahl | Wirkung | Punktwert |
|---|---|---|---|
| Zahlen 1 bis 9, je Farbe doppelt | 72 | keine | Zahlenwert |
| Null, je Farbe einmal | 4 | keine | 0 |
| Zieh zwei | 8 | nächste Person zieht 2 und setzt aus | 20 |
| Retour | 8 | dreht die Spielrichtung | 20 |
| Aussetzen | 8 | nächste Person wird übersprungen | 20 |
| Farbenwahl | 4 | neue Farbe wird bestimmt | 50 |
| Farbenwahl Zieh vier | 4 | Farbe bestimmen, nächste Person zieht 4 | 50 |
Gespielt wird in vier Farben: Rot, Blau, Gelb und Grün. Die beiden schwarzen Kartentypen gehören zu keiner Farbe und sind deshalb immer spielbar.
2. Der Ablauf
- Geben. Jede Person erhält sieben Karten. Der Rest bildet den verdeckten Stapel, die oberste Karte wird aufgedeckt und beginnt den Ablagestapel.
- Passend legen. Gelegt wird eine Karte, die in Farbe oder Zahl zur obersten Karte passt. Aktionskarten passen zusätzlich über ihre Art, also Zieh zwei auf Zieh zwei.
- Ziehen. Wer nichts Passendes hat, zieht eine Karte. Passt sie, darf sie sofort gelegt werden.
- Uno sagen. Wer die vorletzte Karte ablegt, sagt „Uno". Wird es vergessen und von jemandem bemerkt, bevor die nächste Person spielt, werden zwei Strafkarten gezogen.
- Runde beenden. Wer die letzte Karte ablegt, beendet die Runde. Alle anderen zählen ihre Handkarten zusammen, und die Summe geht auf das Konto der Person, die gewonnen hat.
- Partie beenden. Gespielt wird über mehrere Runden, bis eine Person 500 Punkte erreicht.
Die Wertung ist der Punkt, an dem Uno von Mau-Mau abweicht: gezählt werden nicht Minuspunkte für die Verlierer, sondern Pluspunkte für die Person, die ausgemacht hat. Wer mit vielen Aktionskarten auf der Hand verliert, verschenkt entsprechend viel, denn eine Farbenwahl zählt 50 Punkte.
3. Die letzte Karte und die Aktionskarten
Ob eine Aktionskarte als letzte Karte gelegt werden darf, ist die häufigste Streitfrage am Tisch. Die Grundregeln lassen es zu, und die Wirkung tritt trotzdem ein: eine Zieh-zwei-Karte als letzte Karte lässt die nächste Person noch zwei Karten ziehen. Verbreitet ist die Hausregel, dass die letzte Karte keine Aktionskarte sein darf. Beides funktioniert, aber es sollte vor dem Geben geklärt sein.
Ebenfalls verbreitet, aber keine Grundregel, ist das Stapeln: eine Zieh-zwei-Karte auf eine Zieh-zwei-Karte, sodass sich die Zahl der Strafkarten summiert. In den offiziellen Regeln gibt es das nicht, in vielen Runden ist es der Kern des Spiels.
4. Verbreitete Varianten
Zieh vier nur ohne passende Farbe. Die Karte darf nach den Grundregeln nur gespielt werden, wenn keine Karte der aktuellen Farbe auf der Hand liegt. Wer es trotzdem tut und angezweifelt wird, zieht bei berechtigtem Zweifel selbst vier Karten.
Weiterziehen bis passend. Statt einer Karte wird gezogen, bis eine passt. Das verkürzt Wartezeiten und lässt Hände schneller wachsen.
Kumulative Punktzählung ohne Ende. Ohne die 500-Punkte-Marke wird einfach eine festgelegte Zahl von Runden gespielt, was für Kinderrunden praktischer ist.
5. Herkunft
Erfunden hat Uno der Friseur Merle Robbins 1971 in Ohio, der die ersten Sätze selbst herstellte und verkaufte. Kurz darauf wurden die Rechte an einen Spieleverlag verkauft; heute liegen sie bei Mattel, der deutsche Vertrieb läuft über Amigo. Es gibt zahlreiche Ausgaben, darunter Sätze aus wasserfester Kunststofffolie, die sich abwischen lassen.
6. Die häufigsten Regelfehler
Zieh vier ohne Prüfung spielen. Nach den Grundregeln setzt die Karte voraus, dass keine Karte der aktuellen Farbe auf der Hand liegt.
Nach dem Ziehen weiterspielen dürfen. Wer zieht, legt höchstens die gezogene Karte. Der Zug endet danach.
Uno zu früh sagen. Die Ansage gehört zum Ablegen der vorletzten Karte, nicht davor und nicht danach.
Handkarten als Minuspunkte verteilen. Die Summe der Handkarten geht als Guthaben an die Person, die ausgemacht hat, nicht als Strafe an die anderen.
7. Häufige Fragen
Wie viele Karten hat Uno?
108 Karten: 76 Zahlenkarten in vier Farben, 24 farbige Aktionskarten und acht schwarze Karten für Farbenwahl und Zieh vier.
Wie viele Karten bekommt man am Anfang?
Sieben pro Person. Der Rest bleibt als verdeckter Stapel liegen, von dem gezogen wird.
Wie viele Punkte zählen die Aktionskarten?
Zieh zwei, Retour und Aussetzen je 20 Punkte, Farbenwahl und Farbenwahl Zieh vier je 50. Die Zahlenkarten zählen ihren aufgedruckten Wert.
Darf man eine Zieh-zwei-Karte auf eine Zieh-zwei-Karte legen?
Nach den offiziellen Regeln nicht, um die Strafkarten zu summieren. In vielen Runden wird es gespielt, und es ist eine der am häufigsten übernommenen Hausregeln.
Was passiert, wenn man „Uno" vergisst?
Wird es bemerkt, bevor die nächste Person spielt, werden zwei Strafkarten gezogen. Fällt es später auf, bleibt es ohne Folgen.
Ist Uno dasselbe wie Mau-Mau?
Die Grundidee ist dieselbe, das Blatt nicht. Bei Mau-Mau werden die Aktionen den Karten eines Skatblatts zugewiesen und unterscheiden sich von Runde zu Runde; bei Uno stehen sie auf den Karten und sind damit festgelegt.
Foto: Mattel