The Game

Kann ein Spiel böse sein? Wir finden ja, zumindest wenn es sich um „The Game“ handelt. Warum das Spiel aus dem kreativen Kopf von Steffen Benndorf übersetzt einfach „das Spiel“ heißt bleibt dahingestellt. Fakt ist, dieses Kartenspiel hat es in sich, denn es gewinnt einfach ständig. Hier geht es nämlich nicht darum, dass Mitspieler gegeneinander antreten. Weit gefehlt! Sie treten gemeinsam gegen das Spiel an. Dabei müssen sie in diesem kniffligen Kartenspiel untereinander geschickt kooperieren, denn nur so gelingt ihnen der Sieg. Vielleicht …

Kooperation ist das eine, doch wirklich miteinander sprechen dürfen die Mitspieler dann doch nicht. Das wäre ja auch zu einfach. Aber das sei am besten kurz von Beginn an erklärt: Bei The Game geht es darum, Karten auszulegen. 100 an der Zahl und zwar so, dass ein Stapel von 100 runter zählt und der andere Stapel von 1 hoch zählt. Dabei hat natürlich kein Spieler alle passenden Zahlenwerte auf der Hand. Auslegen muss er aber trotzdem in jeder Runde. Werden die Sprünge durch schlechte Karten allerdings zu groß, haben die Folgespieler so ihre liebe Mühe, ebenfalls sinnvoll auszulegen. Das Ziel ist natürlich, dass sich am Ende alle 100 Karten auf dem Tisch befinden. Gelingt das nicht, gewinnt The Game und der ganze böse Spielspaß geht wieder von vorne los.

Reden oder Schweigen? Bei The Game schwer zu sagen …

Einfach wäre es noch, wenn sich die Mitspieler nun einfach sagen könnten, welche Zahlen sie als nächstes legen wollen, aber genau da ist Vorsicht angesagt. Sie dürfen sich nämlich nicht die genauen Zahlenwerte verraten und müssen stattdessen „um den heißen Brei herumreden“, um am Ende trotzdem einen Vorteil daraus ziehen zu können. Ganz schön verzwickt, aber auch ganz schön sozial. Miteinander ist manchmal eben doch schöner, als gegeneinander zu spielen und so gibt es nur einen Feind und der heißt The Game.

Jede Spielrunde dauert rund 20 Minuten und ist damit relativ kurzweilig. Die Regeln sind so leicht wie genial und daher schnell verinnerlicht. Mitspielen dürfen bis zu fünf Mitspieler ab einem empfohlenen Einstiegsalter von acht Jahren. Nach oben hin sind da keine Grenzen gesetzt.

Schon fast ein alter Hut

So neu ist die Idee von The Game dabei gar nicht mal, denn es behauptet sich bereits seit 2015 auf dem Markt. Herausgeber ist der Nürnberger Spieleverlag. Dort gibt es neben der Standardversion auch noch einige Erweiterungen wie The Game Extreme und The Game Face to Face im Sortiment. In der extremen Version gibt es 28 ganz neue Befehle denen es strikt zu folgen gilt, was das Ganze noch aussichtsloser und noch härter macht.

In der Face-to-Face-Version schließlich ist nicht mehr länger das Spiel der Gegner, sondern der Mitspieler. Beide treten dabei zum unbarmherzigen Duell an. Am Ende gewinnt wer über seinen eigenen Schatten springt und dem Gegner geschickt unter die Arme greift.

The Game
Das fiese kooperative Kartenspiel für sich wortlos verstehende Gruppen
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Der Vorteil von beiden Erweiterungen ist, dass sie unabhängig voneinander zu spielen sind und kein Spiel auf dem anderen aufbaut oder von diesem abhängt. So lassen sich entweder alle drei Spiele bequem im Schrank unterbringen oder eben nur eines, je nach eigenem Nervenkostüm.

9.5 Testergebnis
Harte Nuss

The Game verlangt der Runde alles ab. Alle spielen gemeinsam gegen das Spiel. Obwohl der Ablauf einfach ist, werden die meisten Gruppen anfangs nicht gewinnen können. Denn sie dürfen sich nicht absprechen, wer welche Karten spielt. Das gibt dem Spiel eine böse, ungemein pikante Würze.

PROS
  • Innovativer Mechanismus
  • starker Gegner
  • fordernde Partien
CONS
  • "Redeverbot" am Spieltisch
  • anfangs sehr schwer
  • mäßige Illustration
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