Arschloch – das fiese Kartenspiel
- Blatt
- 52 Karten

Das Kartenspiel Arschloch hat es in jüngster Zeit geschafft, ganz oben auf die Beliebtheitsliste der Kartenspiele zu rutschen. Dabei ist das Reglement zwar leicht umzusetzen, es kann sich jedoch an jedem Spieltisch etwas unterschiedlich gestalten. Da kann sich auch der Name ändern zu Bettler, Präsident oder schlicht Karrierepoker. Einst in Kellern und an Familientischen gespielt, gibt es Arschloch inzwischen auch als kommerzielle Spielvariante online und offline. Hier hört es dann auf Namen wie Der große Dalmuti oder auch Hollywood-Poker. Zum Spiel lässt sich jedes Blatt verwenden. Am beliebtesten ist das französische Blatt mit seinen 52 Karten. Wer das Arschloch ist, ist hier schnell erklärt: Natürlich der Verlierer, wer sonst?
1. Der Spielablauf beim Arschloch
Zunächst werden alle Karten gemischt und unter die Mitspieler verteilt. Nun geht es reihum Jeder darf eine Karte auslegen. Der nächste Spieler muss dann eine Karte eines höheren Werts ausspielen. Hat er keine passende Karte auf der Hand, darf er passen. Möglich ist es auch, eine Zahlenfolge gleicher Werte auszulegen.
Derjenige der den höchsten Wert gelegt und damit die anderen ausgestochen hat, der gewinnt den Stich und darf die nächste Runde beginnen. Das Ziel ist es, alle Karten auf der Hand vor den Mitspielern auszuspielen. Wer das schafft, der bekommt das Amt des Königs.
Der zweite Gewinner wird Vizekönig, dann nimmt die Hierarchie ab, bis schließlich zum letzten Spieler, dem Arschloch. Das darf sich dann zumindest auf das nächste Spiel freuen, denn dann darf das Arschloch beginnen auszulegen und hat so hoffentlich gute Chancen, nicht wieder zu verlieren und kann damit den ungeliebten Titel an einen anderen Mitspieler abzugeben.
Wer ist der beste Drücker?
Die Hauptaufgabe für das Arschloch ist im nächsten Spiel das Drücken. Dabei müssen alle Spieler mit den niedrigsten Ämter die höchsten Karten an all jene Spieler verteilen, die höhere Ämter bekleiden. Im Gegenzug erhalten diese die niedrigsten Karten. Das Arschloch muss also die höchsten Karten ebenfalls abgeben und erhält im Gegenzug dafür niedrige Karten zurück. Eine Spielrunde endet, sobald der vorletzte Spieler alle Karten auf der Hand losgeworden ist. Damit sind alle Ämter verteilt und eine Rangfolge festgelegt. Steht der Verlierer, also das Arschloch fest, muss dieser die Karten mischen und das Spiel beginnt von vorn.
2. Arschloch – Kartenspiel in vielen Variationen
Wie bei jedem anderen Kartenspiel auch, so gibt es im Arschloch viele Variationen. Je nach Region und Spielrunde die sich zusammen findet, gibt es sehr unterschiedliche Auslegungen des Kartenspiels. So kann es zu Beispiel sein, dass der letzte Spieler ein Ass liegen muss. Ganz gleich, wie der vorherige Spielverlauf war, mutiert dieser Spieler automatisch zum Arschloch.
Speziell für eine ungerade Anzahl an Spielern gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten, die Ämter zu bekleiden und das Spiel aufzulösen. So dürfen manche Spieler die übrig gebliebenen Karten einfach aufnehmen und ihrerseits drücken. Sie werden damit zu Kaufmännern, Bürgern oder Bauern. Sind sechs Spieler an einer Spielrunde beteiligt, so kann es auch Vize-Bauern oder Kaufmänner geben. Es empfiehlt sich, vor dem Start mit neuen Spielern die genauen Regeln abzusprechen, damit am Ende keiner versehentlich ein Arschloch wird.
3. Der Kartentausch: die Regel, die alles trägt
Nach jeder Runde stehen die Rollen fest: wer zuerst ausgemacht hat, ist Präsident, wer zuletzt Karten hält, ist das Arschloch. Vor der nächsten Runde wird getauscht, und zwar nicht freiwillig: das Arschloch gibt seine besten Karten ab und bekommt die schlechtesten des Präsidenten zurück. Üblich sind eine oder zwei Karten je Rangstufe.
Daraus entsteht die Dynamik, die das Spiel bekannt gemacht hat: wer unten steht, steht mit schlechteren Karten wieder unten, und der Aufstieg muss gegen diese Benachteiligung gelingen. Auch die Sitzordnung und das Geben wandern mit den Rollen, meist gibt das Arschloch.
4. Der Ablauf
- Alles austeilen. Die Karten werden restlos verteilt, eine ungleiche Verteilung ist ohne Bedeutung.
- Eröffnen. Es wird eine einzelne Karte, ein Paar, ein Drilling oder ein Vierling gelegt. Diese Anzahl gilt für die ganze Runde.
- Überbieten oder passen. Die nächste Person legt dieselbe Anzahl in höherem Wert oder passt. Passen ist bis zum Ende der Runde bindend.
- Neu eröffnen. Haben alle gepasst, räumt die letzte legende Person ab und eröffnet neu, mit beliebiger Anzahl.
- Rollen verteilen. Die Reihenfolge, in der die Hände leer werden, ergibt die Rollen für die nächste Runde.
Die Rangfolge ist die übliche mit einer Ausnahme: die Zwei ist in vielen Runden die höchste Karte, höher als das Ass. Ob das gilt und ob ein Vierling die Runde sofort beendet, gehört zu den Punkten, die vor dem Geben geklärt werden.
5. Häufige Fragen
Wie viele Karten braucht man für Arschloch?
Ein französisches Blatt mit 52 Karten, restlos ausgeteilt. Ab etwa sieben Personen werden zwei Blätter zusammengelegt.
Wie viele Personen können mitspielen?
Drei bis acht. Zu zweit fehlt die Rangordnung, die den Reiz ausmacht, weil es dann nur Präsident und Arschloch gibt.
Welche Karte ist die höchste?
In den meisten Runden die Zwei, gefolgt vom Ass. Das ist eine Absprache und keine feste Regel, weshalb sie vor dem Geben geklärt wird.
Wie funktioniert der Kartentausch?
Das Arschloch gibt seine besten Karten an den Präsidenten und erhält dessen schlechteste zurück. Üblich sind eine oder zwei Karten je Rangstufe.
Heißt das Spiel noch anders?
Ja: Bettler, Präsident oder Karrierepoker. Als kommerzielle Ausgaben erschienen sind unter anderem Der große Dalmuti und Hollywood-Poker.
Muss man passen, wenn man nicht überbieten kann?
Ja, und das Passen gilt für den Rest der Runde. Wer passt, kommt erst wieder ins Spiel, wenn neu eröffnet wird.