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Bohnanza – Bohnen erobern den Spieltisch

Spieler
3–5
Blatt
154 Karten
Kartenspiel Bohnanza

Bohnanza ist das Kartenspiel, in dem gehandelt statt gespielt wird. Gespielt wird mit 154 Bohnenkarten, am besten mit drei bis fünf Personen. Angebaut werden Bohnen, geerntet werden Bohnentaler, und wer nach dem dritten Durchgang die meisten Taler hat, gewinnt.

Die eine Regel, die Bohnanza von allen anderen Kartenspielen unterscheidet: die Handkarten dürfen nicht umsortiert werden. Gespielt wird immer die vorderste Karte. Damit ist das eigene Blatt eine Reihenfolge, keine Auswahl, und die einzige Möglichkeit, etwas daran zu ändern, ist der Tausch mit den anderen.

1. Der Ablauf eines Zuges

  1. Anbauen. Die vorderste Handkarte wird auf ein eigenes Bohnenfeld gelegt. Auf einem Feld wächst nur eine Bohnensorte. Ein zweites Feld darf gleichzeitig bepflanzt werden, ein drittes muss gekauft werden.
  2. Ziehen und anbieten. Zwei Karten werden vom Stapel aufgedeckt. Sie werden entweder selbst angebaut oder mit den anderen verhandelt.
  3. Handeln. Jetzt ist alles erlaubt: Karten gegen Karten, Karten gegen Versprechen, Karten geschenkt. Eingetauschte Karten müssen sofort angebaut werden, sie kommen nicht auf die Hand.
  4. Nachziehen. Am Zugende werden drei Karten gezogen und hinten an die Hand angelegt, niemals dazwischen.

2. Ernten: der eigentliche Zug

Geerntet wird ein Feld jederzeit, auch außerhalb des eigenen Zuges. Jede Bohnensorte hat auf ihrer Karte eine kleine Tabelle: wie viele Bohnen für einen, zwei, drei oder vier Taler nötig sind. Häufige Sorten brauchen viele Bohnen, seltene wenige.

Beim Ernten werden die Karten des Feldes umgedreht: die zu Talern gewordenen zeigen die Rückseite, der Rest geht auf den Ablagestapel. Wer zu früh erntet, verschenkt Taler; wer zu lange wartet, hat kein Feld frei und muss anbauen, was gerade nicht passt.

3. Drei Entscheidungen, die zählen

Ein Feld freihalten. Zwei belegte Felder und eine unpassende vorderste Karte sind die häufigste Zwangslage. Rechtzeitig ein kleines Feld abzuernten ist mehr wert als ein Taler mehr.

Verschenken ist ein Zug. Eine Karte, die man selbst nicht anbauen kann, jemandem zu schenken, kostet nichts und schafft eine Gegenleistung für später. Wer nur gleichwertig tauscht, handelt zu wenig.

Die Reihenfolge der Hand lesen. Weil nicht sortiert werden darf, ist die dritte Karte von vorn eine Ankündigung. Wer weiß, was in zwei Zügen kommt, verhandelt vorher darüber.

4. Die häufigsten Regelfehler

Die Handkarten sortieren. Das ist der Kernfehler. Neue Karten kommen hinten an die Hand, gespielt wird von vorn.

Eingetauschte Karten auf die Hand nehmen. Was gehandelt wird, wird sofort angebaut oder abgelegt.

Zwei Sorten auf ein Feld pflanzen. Ein Feld trägt genau eine Sorte, bis es geerntet wird.

Nur im eigenen Zug ernten. Ernten ist jederzeit möglich, und genau das macht die Handelsphase interessant.

5. Warum der Handel funktioniert

In den meisten Kartenspielen ist Reden Nebensache. Hier ist es der Zug: weil die Handkarten in ihrer Reihenfolge feststehen, hat jede Person zwangsläufig Karten, die ihr nichts nutzen, und andere brauchen genau diese. Aus dieser Zwangslage entsteht ein Markt, in dem die Preise mit dem Spielverlauf steigen und fallen.

Das ist auch der Grund, warum Bohnanza in großen Runden lebhafter wird und zu zweit kaum funktioniert: der Wert eines Angebots entsteht daraus, dass mehrere darauf eingehen könnten. Wer zusieht, wie zwei andere um eine Karte verhandeln, weiß danach, was sie wert ist.

Die Spielerzahl verschiebt dabei auch, wie stark die Sortierregel wirkt. Zu dritt ist die Hand schnell wieder abgespielt, eine unpassende Karte hält also nur kurz auf. Zu fünft liegen zwischen der vordersten und der hintersten Karte mehrere Runden, und was heute hinten angelegt wird, kommt erst zum Zug, wenn die Felder längst anders aussehen. Deshalb sind in großen Runden Absprachen auf später – „die nächste blaue Bohne gehört dir“ – mehr wert als der Tausch im Moment, und deshalb lohnt es sich dort besonders, die eigene Reihenfolge laut zu kommentieren, statt sie zu verbergen.

6. Häufige Fragen

Wie viele Karten hat Bohnanza?

154 Bohnenkarten in elf Sorten, dazu Karten für das dritte Bohnenfeld. Die Sorten sind unterschiedlich häufig, und daran hängt ihr Wert in Talern.

Warum darf man die Handkarten nicht sortieren?

Weil die Reihenfolge das Spiel ist. Wer sortieren dürfte, hätte immer die passende Bohne und müsste nicht handeln. Aus dem Verbot entsteht der Zwang zum Tausch.

Wie bekommt man Bohnentaler?

Durch das Abernten eines Feldes. Wie viele Bohnen einer Sorte für einen Taler nötig sind, steht auf der Karte selbst.

Wann endet das Spiel?

Wenn der Kartenstapel zum dritten Mal durchgespielt ist. Danach werden die Taler gezählt.

Kann man Bohnanza zu zweit spielen?

Zu zweit fehlt der Handel, der das Spiel trägt: mit nur einem Gegenüber gibt es keine Konkurrenz um ein Angebot. Es gibt Zusatzregeln dafür, aber die Runde ab drei Personen ist die eigentliche Fassung.

Foto: Amigo Spiele

Bohnanza Kartenspiel