Kartenspiel.org Zufälliges Spiel

Piquet – traditionelles Stichspiel aus Frankreich

Spieler
2
Blatt
32 Karten
Piquet Kartenspiel von Piatnik

Piquet ist das älteste noch gespielte Kartenspiel für zwei Personen und eines der anspruchsvollsten. Es wird mit 32 Karten gespielt und ist für 2 Spieler ausgelegt. Gepunktet wird nicht nur für Stiche, sondern schon vorher für die Zusammensetzung des eigenen Blattes.

Bereits im Jahr 1390 finden sich Hinweise auf Piquet-Karten. Das Spiel hat den Weg über die französischen Höfe genommen und dort auch seine Begriffe behalten: Point, Sequenz und Quatorze heißen noch heute so.

1. Das Blatt und der Aufbau

Gespielt wird mit 32 Karten, also von der Sieben bis zum Ass eines französischen Blattes. Jede Person erhält zwölf Karten, die restlichen acht liegen als Talon verdeckt in der Mitte.

Danach wird getauscht: die Person, die nicht gegeben hat, darf bis zu fünf Karten ablegen und dieselbe Zahl aus dem Talon nachziehen, die andere den Rest. Aus diesem Tausch entsteht das Blatt, mit dem gepunktet und gespielt wird, und wer hier falsch aussortiert, verliert die Runde vor dem ersten Stich.

2. Gepunktet wird in drei Schritten

Der Kern des Spiels ist, dass es drei Punktequellen gibt, die in fester Reihenfolge abgerechnet werden, bevor überhaupt gespielt wird.

AnsageWas zähltPunkte
Pointdie längste Farbe auf der Handein Punkt je Karte
Sequenzdie längste Folge in einer Farbe, ab drei Karten3 bis 4 Punkte, ab fünf Karten deutlich mehr
Quatorze und Triovier oder drei gleiche Werte ab der Zehn14 bzw. 3 Punkte

Angesagt wird der Reihe nach, und es zählt jeweils nur die bessere der beiden Ansagen: wer die längere Farbe hat, bekommt die Punkte für Point, der andere gar nichts. Bei Gleichstand entscheidet der höhere Kartenwert der Kombination.

Damit ist das Sortieren nach dem Tausch die eigentliche Entscheidung: eine Farbe zu verlängern bringt Punkte für Point, eine Folge zu vervollständigen Punkte für die Sequenz, und beides gleichzeitig geht selten.

3. Das Spiel der Stiche

Erst danach wird gespielt. Bedient werden muss die ausgespielte Farbe, Trumpf gibt es nicht. Punkte kommen dabei aus drei Quellen:

  • Ein Punkt für jeden Stich, den man selbst anspielt und gewinnt.
  • Ein Punkt für jeden Stich, den man gegen die andere Person gewinnt.
  • Zehn Punkte für den letzten Stich sowie für die Mehrheit der Stiche.

Wer alle zwölf Stiche macht, erhält als Capot 40 Punkte. Gespielt wird üblicherweise über sechs Partien, und wer am Ende unter 100 Punkten bleibt, verliert zusätzlich.

4. Repique und Pique

Zwei Sonderfälle machen Piquet berühmt. Erreicht eine Person allein durch ihre Ansagen 30 Punkte, bevor die andere überhaupt gepunktet hat, kommen 60 Punkte hinzu, das Repique. Erreicht sie 30 Punkte aus Ansagen und Spiel zusammen, bevor die andere Person punktet, sind es 30 zusätzliche Punkte, das Pique. Beide Fälle entscheiden eine Partie in einem Zug und sind der Grund, warum in Piquet auch mit einer guten Hand vorsichtig getauscht wird.

5. Drei Entscheidungen, die zählen

Beim Tausch auf eine Quelle setzen. Wer versucht, Point und Sequenz gleichzeitig zu retten, verliert meist beide. Die längere Farbe ist in der Regel die verlässlichere Wahl.

Die Ansagen des Gegenübers mitlesen. Jede Ansage verrät die Struktur der anderen Hand. Wer weiß, dass die Gegenseite eine Fünferfolge in Herz hat, spielt Herz nicht an.

Den letzten Stich einplanen. Zehn Punkte für den letzten Stich sind mehr als die meisten Ansagen bringen. Eine hohe Karte dafür zurückzuhalten lohnt sich häufiger, als sie früh einzusetzen.

6. Die häufigsten Regelfehler

Beide Ansagen zählen. Bei Point, Sequenz und Quatorze punktet nur die bessere Hand, nicht beide.

Trumpf einführen. Piquet kennt keinen Trumpf. Wer nicht bedienen kann, wirft ab und verliert den Stich.

Mehr Karten tauschen als erlaubt. Die Person, die nicht gegeben hat, darf bis zu fünf Karten tauschen, die andere nur die verbleibenden.

Den Talon offen durchsehen. Getauscht wird verdeckt. Wer die Karten sieht, die er nicht nimmt, spielt eine andere Runde als sein Gegenüber.

7. Häufige Fragen

Wie viele Karten braucht man für Piquet?

32 Karten, also Sieben bis Ass eines französischen Blattes. Jede Person erhält zwölf Karten, acht bleiben als Talon liegen. Mehr zum Blatt steht unter Spielkarten.

Wie viele Personen spielen Piquet?

Genau zwei. Es ist ein Duellspiel, und die Punktevergabe für die bessere Ansage funktioniert nur zwischen zwei Händen.

Was bedeutet Point?

Die Ansage der längsten Farbe auf der Hand. Sie bringt einen Punkt je Karte, und bei gleicher Länge entscheidet der höhere Kartenwert.

Was ist ein Repique?

60 zusätzliche Punkte, wenn eine Person allein durch ihre Ansagen 30 Punkte erreicht, bevor die andere überhaupt gepunktet hat. Damit ist eine Partie praktisch entschieden.

Gibt es beim Piquet einen Trumpf?

Nein. Es wird ohne Trumpf gespielt, und deshalb kann eine Karte einer anderen Farbe einen Stich nie gewinnen. Zur Einordnung der Familie: Was sind Stichspiele.

Foto: Kartenspiel Piquet von Piatnik

Piquet Stichspiele