Bridge – das rasend schnelle Stichspiel
- Spieler
- 4
- Blatt
- 52 Karten

Bridge ist das anspruchsvollste Stichspiel für vier Personen und das einzige, das weltweit in Turnieren gespielt wird. Es wird mit 52 Karten gespielt und ist für 4 Spieler ausgelegt. Gespielt wird in zwei festen Paaren, und jede Runde besteht aus zwei Teilen: erst wird geboten, dann gespielt.
Eine einzelne Runde dauert wenige Minuten. Dass es trotzdem Jahre braucht, bis jemand gut spielt, liegt nicht an den Regeln, sondern am Bieten: dort wird über eine festgelegte Sprache aus Geboten Information über das eigene Blatt weitergegeben, und diese Sprache ist umfangreicher als das Kartenspiel selbst.
1. Der Aufbau
Vier Personen sitzen als zwei Paare gegenüber, üblicherweise benannt nach den Himmelsrichtungen: Nord und Süd gegen Ost und West. Jede Person erhält 13 Karten, das Blatt ist damit vollständig verteilt, und es gibt 13 Stiche.
Die Rangfolge innerhalb einer Farbe ist gewöhnlich, von der Zwei bis zum Ass. Eine Trumpffarbe gibt es nur, wenn das Bieten eine ergibt.
2. Das Bieten
Geboten wird, wie viele Stiche über sechs das eigene Paar machen will und in welcher Farbe. Ein Gebot von „zwei Herz" verspricht also acht Stiche mit Herz als Trumpf. Wer nichts verspricht, sagt „passe". Das höchste Gebot wird zum Kontrakt, und die Reihenfolge der Farben beim Bieten ist Treff, Karo, Herz, Pik, darüber steht Ohne Trumpf.
Zur Einschätzung des eigenen Blattes werden Punkte gezählt, und zwar nur für die hohen Karten:
| Karte | Punkte |
|---|---|
| Ass | 4 |
| König | 3 |
| Dame | 2 |
| Bube | 1 |
Im Blatt stecken damit 40 Punkte, im Schnitt also zehn pro Person. Ein Blatt mit zwölf bis 14 Punkten reicht in vielen Systemen für ein erstes Gebot, ab etwa 25 Punkten im Paar wird ein Spiel gewagt, das den vollen Kontrakt bringt. Diese Zahlen sind Konvention, nicht Regel: sie gehören zum Bietsystem, auf das sich ein Paar vorher geeinigt hat.
3. Der Strohmann
Nach dem Bieten legt eine Person ihr komplettes Blatt offen auf den Tisch. Es ist der Partner der Person, die den Kontrakt gewonnen hat, und heißt Strohmann oder Dummy. Diese Karten spielt der Alleinspieler mit, sie werden also von der Gegenseite gesehen und von einer Person geführt.
Damit ist Bridge halboffen: 26 der 52 Karten liegen für alle sichtbar, sobald der erste Stich gespielt ist. Wer mitrechnet, kann von da an mit Sicherheit statt mit Vermutungen arbeiten, und genau darin liegt der sportliche Anspruch.
4. Der Ablauf einer Runde
- Geben. 13 Karten je Person, das Blatt ist restlos verteilt.
- Bieten. Reihum, bis drei Personen hintereinander passen. Das letzte Gebot ist der Kontrakt.
- Erster Stich. Die Person links vom Alleinspieler spielt aus.
- Strohmann aufdecken. Danach legt der Partner des Alleinspielers sein Blatt offen.
- 13 Stiche spielen. Bedient wird die ausgespielte Farbe; wer sie nicht hat, wirft ab oder sticht mit Trumpf.
- Abrechnen. Entscheidend ist nur, ob der Kontrakt erfüllt wurde. Zusätzliche Stiche zählen wenig, ein fehlender Stich lässt den Kontrakt platzen.
5. Turnierbridge und Rubber
Am Küchentisch wird Rubber Bridge gespielt, also über mehrere Runden mit fortlaufender Wertung. Im Turnier wird dagegen Duplicate gespielt: alle Paare bekommen dieselben Blätter vorgelegt, und verglichen wird nicht das Ergebnis gegen den Zufall, sondern gegen die anderen Paare mit demselben Blatt. Das nimmt dem Spiel den Glücksanteil weitgehend heraus und ist der Grund, warum Bridge als Sport organisiert ist. Regelwerke und Kurse führt der Deutsche Bridge-Verband.
6. Drei Dinge für den Anfang
Farblänge vor Kartenhöhe. Fünf Karten einer Farbe sind mehr wert als zwei Asse in kurzen Farben, weil sich mit Länge die späten Stiche kontrollieren lassen.
Passen ist ein Gebot. Es sagt dem Partner, dass das eigene Blatt für mehr nicht reicht. Wer aus Höflichkeit bietet, führt den Partner in einen Kontrakt, der nicht zu halten ist.
Erst zählen, dann spielen. Sobald der Strohmann liegt, lässt sich ausrechnen, wie viele Stiche sicher sind und wo sie fehlen. Dieser Plan vor dem zweiten Stich ist der größte Unterschied zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen.
7. Die häufigsten Regelfehler
Das Gebot als Zahl der Stiche lesen. Ein Gebot nennt die Stiche über sechs. „Drei Pik" verspricht neun Stiche, nicht drei.
Den Strohmann selbst spielen lassen. Die offenen Karten führt der Alleinspieler. Der Partner legt nur, was ihm gesagt wird.
Zusätzliche Stiche als Sieg zählen. Erfüllt oder nicht erfüllt ist die Frage. Zusätzliche Stiche bringen wenig, ein fehlender kostet alles.
Bieten, ohne ein System vereinbart zu haben. Gebote sind Sprache. Ohne dieselbe Sprache im Paar sagt ein Gebot nichts.
8. Häufige Fragen
Wie viele Karten braucht man für Bridge?
Ein französisches Blatt mit 52 Karten, ohne Joker. Jede der vier Personen erhält 13 Karten, es gibt 13 Stiche.
Wie zählt man die Punkte für das Bieten?
Ass vier, König drei, Dame zwei, Bube einen Punkt. Im ganzen Blatt sind das 40 Punkte, im Schnitt also zehn je Person.
Was ist der Strohmann?
Der Partner des Alleinspielers. Er legt nach dem ersten Stich sein komplettes Blatt offen auf den Tisch, und der Alleinspieler spielt beide Hände.
Was bedeutet ein Kontrakt?
Die Zusage, eine bestimmte Zahl von Stichen zu machen, ausgedrückt als Stiche über sechs plus Trumpffarbe oder Ohne Trumpf. Nur die Erfüllung zählt.
Kann man Bridge zu zweit spielen?
Ist Bridge schwerer als Skat?
Das Kartenspiel selbst ist einfacher, weil es keine Reizwerte und keine Sonderspiele gibt. Der Aufwand liegt im Bieten: dort gibt es Konventionen, die ein Paar gemeinsam lernen muss. Zur Familie insgesamt: Was sind Stichspiele.