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Spielkarten und Spielarten

Blatt
52 Karten
Spielkartenstapel – variantenreiche Spiele

Spielkarten sind ein erstaunlich standardisiertes Produkt: vier Farben, zwei bis vier Bildkarten je Farbe, und darauf laufen Dutzende völlig verschiedene Spiele. Wer die Blätter auseinanderhalten kann, weiß auch, welches Spiel mit welchem Satz funktioniert.

Drei Blattfamilien sind im deutschen Sprachraum verbreitet, und sie unterscheiden sich nicht nur in den Bildern, sondern auch in der Kartenzahl.

1. Die drei Blätter

BlattFarbenKartenVerbreitet für
französischKreuz, Pik, Herz, Karo52, als Skatblatt 32Rommé, Hearts, Solitär, Poker
deutsch, doppeldeutschEichel, Blatt oder Gras, Herz, Schellen32 oder 36Schafkopf, Binokel, Watten
schweizerischSchellen, Schilten, Rosen, Eicheln36Jass

Das Skatblatt entsteht aus dem französischen Blatt, indem Zwei bis Sechs entfernt werden. Die Bildkarten heißen im französischen Blatt Bube, Dame und König, im deutschen Unter, Ober und König: der Unter entspricht dem Buben, der Ober der Dame. Wer ein Spiel aus einer anderen Gegend lernt, stolpert deshalb zuerst über die Bilder und erst danach über die Regeln.

2. Wie viele Karten welches Spiel braucht

Ein französisches Blatt und ein Skatblatt zusammen decken damit fast alles ab. Der Spielfinder filtert die Anleitungen nach dieser Zahl.

3. Woran man gute Karten erkennt

An der Beschichtung. Karten mit Kunststoffschicht und Leinenstruktur gleiten beim Mischen, statt aneinander zu kleben, und behalten ihre Ecken über Jahre. Unbeschichtetes Papier ist nach wenigen Abenden erkennbar abgenutzt.

Am Karton. Zu dünne Karten knicken beim Mischen, und ein Knick bleibt. Eine geknickte Karte ist eine markierte Karte, und damit ist jedes Spiel mit verdeckten Karten beschädigt.

An der Rückseite. Ein durchgehendes Muster ohne erkennbare Mitte verrät nichts. Rückseiten mit Rahmen oder Bild sind schöner, aber nur so lange unproblematisch, wie sie exakt zentriert gedruckt sind.

4. Warum vier Farben und diese Werte

Die Vierteilung stammt aus den ältesten europäischen Blättern des 14. Jahrhunderts und hat sich gehalten, weil sie praktisch ist: 52 Karten lassen sich in vier gleiche Gruppen teilen, und mit vier Farben ergeben sich genau die Kombinationen, die Sätze und Folgen möglich machen. Die deutschen und schweizerischen Farbzeichen sind regionale Entwicklungen desselben Systems, keine anderen Spiele.

5. Karten pflegen

Ein Blatt hält Jahre, wenn zwei Dinge stimmen: es bleibt trocken, und es wird nicht geknickt. Fett von den Händen ist der häufigste Grund für klebende Karten, deshalb lohnt es, vor einer langen Runde die Hände zu waschen, statt hinterher zu schimpfen. Aufbewahrt werden Karten am besten in ihrer Schachtel und liegend, nicht mit einem Gummiband, das die Ränder eindrückt.

Ein einzelner Ersatzsatz ist die beste Vorsorge: fehlt eine Karte, ist ein Blatt für Spiele mit verdeckten Karten unbrauchbar, und ein Ersatz aus einem zweiten Satz mit anderer Rückseite ist keiner.

6. Formate: warum nicht alle Karten gleich breit sind

Neben der Kartenzahl unterscheidet sich auch das Format, und zwar nur in der Breite. Beide gängigen Größen sind gleich hoch.

FormatMaßeÜblich für
Poker63,5 × 88,9 mmPoker, Rommé, die meisten modernen Kartenspiele
Bridge57 × 88,9 mmBridge, Canasta, Skat in schmaler Ausführung

Die schmalere Bridge-Karte hat einen praktischen Grund: bei Bridge hält man dreizehn Karten auf einer Hand, bei Poker fünf. Sechs Millimeter je Karte ergeben über dreizehn Karten fast acht Zentimeter weniger Fächer, und das entscheidet, ob eine Hand noch übersichtlich ist. Wer für eine größere Runde kauft, sollte deshalb nicht die Optik vergleichen, sondern die Handkartenzahl des Spiels, das gespielt werden soll.

Zwei weitere Formate begegnen einem seltener. Tarot- und Tarockkarten sind deutlich größer, weil die Bilder auf den Trumpfkarten Platz brauchen. Und viele Autorenkartenspiele mit eigenem Blatt, etwa Uno oder Phase 10, verwenden ein leicht abweichendes Maß, das in keine der beiden Normen passt; für sie gibt es passgenaue Schutzhüllen nur vom Hersteller.

7. Ecken, Indizes und die Frage der Lesbarkeit

Der Eckindex, also die kleine Wert- und Farbangabe in der Ecke, ist keine Selbstverständlichkeit und keine Verzierung. Er ist der Grund, warum man ein Fächer aus dreizehn Karten überhaupt halten kann: nur er erlaubt, die Karten so weit übereinanderzuschieben, dass nur die Ecke sichtbar bleibt. Blätter ohne Index, wie manche historischen deutschen Sätze, müssen einzeln auseinandergezogen werden.

Zwei Ausführungen sind dabei zu unterscheiden. Beim doppelt gedruckten Index steht die Angabe in zwei gegenüberliegenden Ecken, sodass die Karte in jeder Drehung lesbar ist; das ist heute die Regel. Beim vierfachen Index steht sie in allen vier Ecken, was vor allem für Linkshänder und für Spiele mit vielen Handkarten gedacht ist. Und der Jumbo-Index, also der stark vergrößerte Eckwert, ist keine Seniorenausführung, sondern kommt aus dem Casino: er lässt sich über den Tisch hinweg und auf Kameraaufnahmen lesen.

8. Häufige Fragen

Wie viele Karten hat ein Skatblatt?

32 Karten, also Sieben bis Ass in vier Farben. Es entsteht aus dem französischen Blatt mit 52 Karten, indem Zwei bis Sechs entfernt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Bube und Unter?

Nur der Name und das Bild: der Unter im deutschen Blatt entspricht dem Buben im französischen, der Ober der Dame. Die Rolle im Spiel ist dieselbe.

Welches Blatt brauche ich für Jass?

36 Karten, entweder ein Schweizer Blatt mit Schellen, Schilten, Rosen und Eicheln oder ein französisches ohne Zwei bis Fünf.

Wie oft muss man mischen?

Sieben Mischvorgänge gelten als Richtwert für ein durchmischtes Blatt. Zweimal Überhandmischen lässt ganze Folgen im Stapel, und bei Spielen mit 52 Karten fällt genau das auf.

Was ist ein Joker?

Eine Karte ohne festen Wert, die eine beliebige andere ersetzt. Sie gehört nicht zu allen Blättern: ein Skatblatt hat keinen, ein Rommé-Satz sechs.

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