Spielkarten selbst gestalten und verschenken

Ein selbst gestaltetes Kartenspiel ist ein Geschenk, das benutzt wird statt im Regal zu stehen: eigene Fotos auf den Karten, gespielt wird trotzdem Rommé oder Skat. Die Druckerei liefert dabei nur, was die Vorlage hergibt, und genau daran entscheidet sich, ob das Spiel nach dem dritten Abend noch spielbar ist.
Zwei Dinge sind wichtiger als das Motiv: der Karton und die Rückseite. Alles andere ist Geschmack.
1. Worauf es beim Druck ankommt
| Merkmal | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Kartonstärke | ab etwa 300 g/m² | dünnere Karten knicken beim Mischen und bleiben geknickt |
| Oberfläche | Kunststoffschicht oder Leinenstruktur | die Karten gleiten, statt aneinander zu kleben |
| Ecken | abgerundet | spitze Ecken franzen nach wenigen Abenden aus |
| Auflösung der Bilder | 300 dpi in Originalgröße | Handyfotos wirken auf 6 x 9 cm gedruckt oft weich |
| Beschnittzugabe | 2 bis 3 mm ringsum | sonst entstehen weiße Ränder, wo geschnitten wird |
2. Die Rückseite entscheidet über die Spielbarkeit
Alle Rückseiten müssen identisch sein, und das ist mehr als eine Formalität: schon ein leicht verschobenes Motiv macht einzelne Karten von hinten erkennbar, und damit ist jedes Spiel mit verdeckten Karten wertlos. Wer eigene Fotos auf die Rückseite setzen will, nimmt für alle Karten dasselbe.
Aus demselben Grund eignen sich Motive mit sichtbarem Rand schlecht: ein Rahmen, der nicht exakt mittig sitzt, verrät die Karte. Ein durchgehendes Muster ohne Mitte ist die verlässlichste Wahl.
3. Welche Karten das Spiel braucht
Bevor gestaltet wird, muss klar sein, für welches Spiel der Satz gedacht ist, denn davon hängt die Kartenzahl ab:
- 32 Karten für Skat, Mau-Mau und Schwimmen,
- 52 Karten für Hearts, Solitär und Poker,
- 110 Karten für Rommé, also zwei Blätter plus Joker,
- ein Paarblatt für Quartett oder Schwarzer Peter, hier sind die Motive frei wählbar.
Am dankbarsten sind Quartett und Schwarzer Peter: dort gibt es keine feste Kartenordnung, die Motive sind der Inhalt, und ein Satz mit Familienfotos funktioniert sofort.
4. Drei Dinge, die häufig schiefgehen
Werte und Farben vergessen. Wer ein Skatblatt gestaltet, braucht die Farbsymbole und Werte in den Ecken, und zwar in beiden oberen Ecken. Karten werden gefächert gehalten; ein Wert nur in der Mitte ist unlesbar.
Zu dunkle Motive. Fotos, die im Bildschirm gut aussehen, drucken dunkler. Für Kartenrückseiten gilt das doppelt, weil zwei dunkle Rückseiten auf dem Tisch kaum unterscheidbar sind.
Nur einen Satz drucken. Zwei identische Sätze kosten wenig mehr und erlauben Rommé oder ersetzen die Karte, die im Urlaub verloren geht.
5. Was ein solcher Satz kostet
Der Preis richtet sich nach Kartenzahl, Karton und Auflage, und die Auflage ist der größte Faktor: ein einzelner Satz kostet ein Mehrfaches des Stückpreises bei zehn Sätzen, weil der Druck einmal eingerichtet werden muss. Wer für eine Runde mehrere gleiche Sätze braucht, fährt deshalb deutlich günstiger, als die Rechnung pro Satz vermuten lässt.
Vergleichen lohnt sich vor allem bei der Verpackung: eine Stülpschachtel kostet extra, eine Klarsichthülle liegt oft im Preis. Für ein Geschenk ist die Schachtel meist die Ausgabe wert, weil ein Kartensatz ohne Behälter innerhalb eines Jahres unvollständig ist.
6. Ein Probedruck spart den zweiten Auftrag
Die beiden Fehler, die sich am Bildschirm nicht erkennen lassen, sind derselbe Fehler in zwei Formen: gedruckt wird dunkler als angezeigt, und geschnitten wird nie exakt auf den Millimeter. Beides zeigt sich erst am Papier. Wer die Möglichkeit hat, gibt deshalb zuerst eine einzelne Karte oder einen kleinen Bogen in Auftrag und prüft ihn in dem Licht, in dem später gespielt wird – Küchentischlampen sind deutlich dunkler als ein Monitor.
Für die Rückseite gibt es dabei einen einfachen Test: zwei Probekarten verdeckt nebeneinanderlegen und aus einem Meter Abstand ansehen. Ist ein Unterschied zu sehen, sitzt das Motiv nicht mittig genug, und dieselbe Abweichung wird im ganzen Satz auftreten. Diese Prüfung kostet eine Karte und entscheidet darüber, ob der Satz für Spiele mit verdeckten Karten überhaupt taugt.
7. Häufige Fragen
Wie viele Karten braucht ein selbst gestaltetes Blatt?
Das hängt vom Spiel ab: 32 für Skat und Mau-Mau, 52 für Poker und Solitär, 110 für Rommé. Für Quartett und Schwarzer Peter ist die Zahl frei, weil es nur um Paare oder Vierergruppen geht.
Welche Kartonstärke ist sinnvoll?
Ab etwa 300 g/m² mit Kunststoffschicht. Dünneres Papier knickt schon beim ersten Mischen, und eine geknickte Karte ist eine markierte Karte.
Müssen alle Rückseiten gleich sein?
Ja, sonst lassen sich Karten von hinten erkennen. Schon ein um zwei Millimeter verschobenes Motiv genügt, um ein Spiel mit verdeckten Karten unbrauchbar zu machen.
Welche Auflösung brauchen die Fotos?
300 dpi in der endgültigen Größe, dazu 2 bis 3 Millimeter Beschnittzugabe an jeder Seite. Ein Foto für eine Karte von 6 x 9 cm braucht also etwa 700 x 1050 Pixel.
Eignet sich ein Fotokartenspiel als Geschenk für eine Skatrunde?
Ja, wenn Werte und Farben in den Ecken stehen und das Blatt vollständig ist. Ein Skatblatt mit Motiven, aber ohne lesbare Ecken, wird einmal bewundert und danach nicht mehr benutzt. Wer für eine Runde etwas mit Aufdruck sucht, findet unter Werbemittel Skatblatt die praktische Variante.