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Dobble: Spielregeln, Varianten und die Mathematik

Spieler
2–8
Blatt
55 Karten

Dobble ist ein Reaktionsspiel, das aus einer einzigen mathematischen Eigenschaft besteht: zwischen zwei beliebigen Karten gibt es immer genau ein gemeinsames Symbol. Wer es zuerst sieht und benennt, gewinnt den Vergleich. Das Spiel erschien 2009, in Deutschland bei Asmodee, und stammt von Denis Blanchot, Guillaume Gille-Naves und Igor Polouchine. Gespielt wird es von zwei bis acht Personen, eine Runde dauert zehn bis fünfzehn Minuten.

1. 55 Karten, 57 Symbole, immer genau eine Übereinstimmung

Die Standardausgabe enthält 55 runde Karten mit je acht Symbolen, insgesamt kommen 57 verschiedene Symbole vor. Zwei Karten teilen immer genau ein Symbol, nie zwei und nie keines. Identisch sind dabei Form und Farbe, nicht die Größe: dasselbe Symbol kann auf einer Karte klein und auf der anderen groß gedruckt sein, und genau das macht das Suchen schwer.

Zwei Karten mit je vier Symbolen, von denen genau eines auf beiden vorkommt. ein gemeinsames Symbol

Vereinfacht mit vier statt acht Symbolen: der goldene Kreis liegt auf beiden Karten, alle übrigen Symbole nur auf einer.

2. Warum das immer funktioniert

Hinter der Garantie steckt keine Sortierarbeit, sondern endliche Geometrie. Die Kartenmenge entspricht einer projektiven Ebene über einem endlichen Körper mit 57 Punkten und 57 Geraden: jedes Symbol ist ein Punkt, jede Karte eine Gerade, und in einer projektiven Ebene schneiden sich zwei Geraden immer in genau einem Punkt. Dieser Schnittpunkt ist das gemeinsame Symbol.

Aus derselben Konstruktion folgt auch, warum die Packung nicht 57, sondern 55 Karten enthält: zwei mögliche Karten wurden weggelassen, ohne dass die Eigenschaft dabei verloren geht. Wer das nachrechnen mag, findet in dieser Struktur denselben Zusammenhang, den auch Glück und Zufall in Kartenspielen beschreibt: das Ergebnis fühlt sich zufällig an, die Verteilung dahinter ist es nicht.

3. Die fünf Varianten

Die Regeln enthalten fünf Minispiele, die alle dieselbe Grundaufgabe verwenden und sich darin unterscheiden, was mit der gefundenen Karte passiert.

Höllentrip: alle Karten liegen als Stapel in der Mitte, wer das Symbol nennt, nimmt die oberste Karte. Wer am Ende die meisten hat, gewinnt. Der Brunnen dreht das um: jede Person hat einen eigenen Stapel und will ihn loswerden. Heiße Kartoffel spielt mit einer Handkarte, die man möglichst schnell abgeben will. Raffgier arbeitet mit allen Karten offen auf dem Tisch, sodass mehrere Paare gleichzeitig im Spiel sind. Das vergiftete Geschenk kehrt das Ziel um: gefundene Karten wandern zu jemand anderem, und wer am Ende am wenigsten vor sich hat, gewinnt.

Die Varianten unterscheiden sich in der Belastung, nicht in der Schwierigkeit. Höllentrip ist ein reiner Wettlauf, Raffgier verlangt Übersicht über viele Karten gleichzeitig, und das vergiftete Geschenk sorgt dafür, dass man auch dann aufpasst, wenn andere gerade dran sind.

4. Warum das Suchen so schwer ist

Die Aufgabe klingt einfacher, als sie ist, und der Grund lässt sich ausrechnen. Zwei Karten mit je acht Symbolen ergeben 64 mögliche Paarungen, von denen genau eine passt. Das Auge kann diese Paarungen nicht parallel prüfen, sondern arbeitet sie in Sprüngen ab, und weil dasselbe Symbol auf beiden Karten verschieden groß gedruckt sein kann, hilft auch das Gedächtnis für die Form nur begrenzt.

Deshalb gewinnen in gemischten Runden häufig Kinder gegen Erwachsene: sie suchen nach Formen, wo Erwachsene nach Begriffen suchen und dabei innerlich benennen, was sie sehen. Genau dieses Benennen kostet die Zehntelsekunde, um die es geht. Die Regeln schreiben zwar vor, das Symbol laut zu sagen, aber erst nachdem man es gefunden hat.

5. Für welche Runden es passt

Dobble braucht keine Sprache und keine Rechenarbeit, deshalb funktioniert es in gemischten Runden mit Kindern und Erwachsenen besser als fast jedes andere Kartenspiel. Vorlesen und Erklären fällt weg, eine Partie ist nach zehn Minuten vorbei, und Aussetzen tut niemandem weh. Für kleine Kinder gibt es Ausgaben mit weniger Symbolen pro Karte, die dieselbe Eigenschaft behalten.

In derselben Rolle, nur mit Reihenfolge statt Symbolsuche, arbeitet Ligretto, das ebenfalls von Geschwindigkeit lebt und gleichzeitig gespielt wird. Weitere Spiele, die ohne Lesen auskommen, stehen auf der Übersicht Kartenspiele für Kinder.

6. Häufige Fragen

Wie viele Karten hat Dobble?

55 runde Karten mit je acht Symbolen. Insgesamt kommen 57 verschiedene Symbole vor.

Haben wirklich immer zwei Karten genau ein gemeinsames Symbol?

Ja, und das ist konstruiert, nicht Zufall. Die Karten entsprechen den Geraden einer projektiven Ebene mit 57 Punkten, und zwei Geraden schneiden sich dort immer in genau einem Punkt.

Zählt das Symbol auch, wenn es unterschiedlich groß gedruckt ist?

Ja. Form und Farbe müssen übereinstimmen, die Größe variiert absichtlich, damit das Erkennen schwerer wird.

Welche Varianten gibt es?

Fünf: Höllentrip, Der Brunnen, Heiße Kartoffel, Raffgier und Das vergiftete Geschenk. Die Grundaufgabe ist überall dieselbe, nur der Umgang mit der gefundenen Karte ändert sich.

Für wie viele Personen ist Dobble geeignet?

Für zwei bis acht. Eine Partie dauert zehn bis fünfzehn Minuten, weshalb sich auch mehrere Runden hintereinander anbieten.

Ab welchem Alter kann man Dobble spielen?

Die Standardausgabe ist ab etwa sieben Jahren gedacht. Für jüngere Kinder gibt es Ausgaben mit weniger Symbolen pro Karte.

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