Drecksau: Regeln, Karten und Spielziel
- Spieler
- 2–4
- Alter
- ab 7 Jahren
Drecksau ist das Kartenspiel, in dem man gewinnt, indem alle eigenen Schweine dreckig sind. Frank Bebenroth hat es 2012 bei Kosmos veröffentlicht, gespielt wird es von zwei bis vier Personen ab sieben Jahren. Die Regeln passen in zwei Sätze, und trotzdem entsteht am Tisch ein ständiges Hin und Her, weil jede Karte, die einem selbst nützt, bei den anderen wieder rückgängig gemacht werden kann.
1. Das Material
Zum Spiel gehören 54 Aktionskarten und 12 Schweinekarten. Die Schweinekarten sind beidseitig bedruckt: auf der einen Seite ein sauberes Schwein, auf der anderen eine Drecksau. Umgedreht wird nicht ausgetauscht, sondern gewendet, und dieses Wenden ist der eigentliche Spielzug. Bei vier Personen bekommt jede drei saubere Schweine vor sich hingelegt, dazu drei verdeckte Handkarten.
Der Stall entscheidet, ob ein Schwein dreckig bleibt. Ohne Stall ist jeder Fortschritt nur so lange sicher, bis jemand eine Regenkarte spielt.
2. Der Ablauf
Wer am Zug ist, spielt eine Karte aus und zieht eine nach, sodass die Hand immer drei Karten umfasst. Die wichtigste Karte ist die Schlammkarte: sie dreht ein eigenes sauberes Schwein auf die dreckige Seite. Die Regenkarte macht das Gegenteil und trifft dabei nicht nur andere, sondern alle ungeschützten Drecksäue am Tisch, die eigenen eingeschlossen.
Gegen den Regen hilft die Stallkarte, die an ein Schwein angelegt wird und es überdacht. Ein Schwein im Stall bleibt dreckig, egal wie oft es regnet. Dafür gibt es die Blitzkarte, die einen beliebigen Stall abbrennt, und den Blitzableiter, der genau das verhindert. Mit der Karte „Bauer schrubbt die Sau“ lässt sich außerdem eine einzelne fremde Drecksau wieder säubern.
Aus dieser kleinen Kette entsteht die eigentliche Spielentscheidung: zuerst dreckig machen oder zuerst den Stall bauen. Wer erst schmutzt, ist schneller, steht aber bei der nächsten Regenkarte wieder am Anfang. Wer erst baut, verliert Züge, sichert aber jeden Fortschritt dauerhaft.
3. Die Reihenfolge, in der man spielt
Weil immer nur drei Karten auf der Hand liegen, entscheidet sich die Partie an der Frage, welche Karte man liegen lässt. Eine Schlammkarte auf ein Schwein ohne Stall zu spielen bringt sichtbaren Fortschritt und ist trotzdem oft der schwächere Zug: solange kein Dach darüber ist, macht die nächste Regenkarte am Tisch die Arbeit zunichte. Umgekehrt ist ein Stall über einem sauberen Schwein verschwendet, weil er nichts schützt, was schützenswert wäre.
Die stabile Reihenfolge lautet deshalb: schmutzen, überdachen, und die Regenkarte für den Moment behalten, in dem jemand anders kurz vor dem Sieg steht und noch offene Schweine hat. Wer eine Blitzkarte auf der Hand hat, wartet damit auf einen fertigen Stall statt auf einen halben, und wer einen Blitzableiter zieht, legt ihn an den Stall, der die meiste Arbeit gekostet hat.
Kinder spielen das Spiel meist offensiv, also alles sofort in Schlamm um, und lernen die Reihenfolge nach der zweiten Regenkarte von selbst. Genau darin liegt der pädagogische Nebeneffekt: die Regeln erklären nicht, was der beste Zug ist, der Tisch tut es.
4. Spielziel
Gewonnen hat, wer als Erste oder Erster alle eigenen Schweine von sauber auf dreckig gedreht hat. Weil der Regen alle ungeschützten Schweine gleichzeitig erwischt, endet das Spiel selten mit einem langen Vorsprung: meist liegen zwei Personen bei ihrem letzten Schwein, und dann entscheidet, wer zuerst eine Schlammkarte und einen Stall in derselben Hand hat.
5. Für welche Runden es passt
Das Spiel richtet sich an Familienrunden mit Kindern ab sieben Jahren. Es braucht kein Rechnen, keine Kartenwerte und keine Reihenfolge, sondern nur die Frage, welche der drei Handkarten gerade am meisten nützt. Eine Partie ist kurz, und weil jeder Rückschlag wieder aufholbar ist, gibt es kein frühes Ausscheiden.
2012 stand Drecksau auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres und erreichte beim Kartenspielepreis à la carte den siebten Platz. Später kam die Erweiterung Sauschön dazu, die schöne Schweine und einen zweiten Weg zum Sieg ergänzt. Weitere Titel für dieselbe Altersgruppe stehen auf der Übersicht Kartenspiele für Kinder, und wer es noch schneller mag, findet mit Ligretto das Gegenstück ohne Wartezeit.
6. Häufige Fragen
Wie gewinnt man bei Drecksau?
Indem man alle eigenen Schweinekarten von der sauberen auf die dreckige Seite dreht. Wer das zuerst schafft, gewinnt sofort.
Wie viele Karten hat Drecksau?
54 Aktionskarten und 12 beidseitig bedruckte Schweinekarten. Bei vier Personen erhält jede drei Schweine und drei Handkarten.
Was macht die Regenkarte?
Sie säubert alle Drecksäue, die nicht in einem Stall stehen, und zwar bei allen am Tisch. Eigene ungeschützte Schweine sind davon nicht ausgenommen.
Wozu dient der Stall?
Ein Schwein im Stall ist gegen Regen geschützt und bleibt dreckig. Ställe lassen sich mit der Blitzkarte abbrennen, der Blitzableiter verhindert das.
Für welches Alter ist Drecksau gedacht?
Ab sieben Jahren, für zwei bis vier Personen. Gelesen oder gerechnet werden muss nichts.
Gibt es eine Erweiterung?
Ja, Drecksau: Sauschön von 2016. Sie bringt schöne Schweine ins Spiel und erlaubt den Sieg auch über eine Auslage aus dreckigen und schönen Schweinen.