Skyjo: Regeln, Punktewertung und Rundenende
- Spieler
- 2–8
- Blatt
- 150 Karten
- Alter
- ab 8 Jahren
Skyjo ist das Kartenspiel, bei dem die niedrigste Summe gewinnt und die eigenen Karten lange verdeckt bleiben. Alexander Bernhardt hat es 2015 bei Magilano veröffentlicht, gespielt wird es von zwei bis acht Personen ab acht Jahren. Der Reiz liegt nicht im Sammeln, sondern im Wegwerfen: wer die 12 vor sich richtig verwaltet, kommt mit einer einstelligen Summe durch eine Runde, wer zu lange auf eine bessere Karte hofft, schleppt eine Zwölf mit ins Ziel.
1. Das Blatt: 150 Karten von -2 bis 12
Gespielt wird mit einem eigenen Blatt aus 150 Karten. Die Werte reichen von -2 bis +12, und sie sind absichtlich ungleich verteilt: die Werte +1 bis +12 liegen je zehnmal im Stapel, die -1 ebenfalls zehnmal, die 0 fünfzehnmal und die -2 nur fünfmal. Aus dieser Verteilung folgt die ganze Taktik. Eine Null zu ziehen ist wahrscheinlicher als jede einzelne Zahl, eine -2 ist ein Glücksfall, den man nicht einplanen kann, und die hohen Karten sind so häufig, dass jede verdeckte Karte im Zweifel eher teuer als billig ist.
Das Raster einer Person: zwölf Karten, drei mal vier. Die vollständige Achter-Spalte kostet nichts mehr, sobald sie abgelegt ist.
2. Der Ablauf
Jede Person erhält 12 Karten, die verdeckt in einem Raster aus drei Reihen und vier Spalten vor ihr liegen. Zu Beginn werden zwei beliebige davon aufgedeckt, der Rest bleibt unbekannt. Wer am Zug ist, hat genau zwei Möglichkeiten. Entweder nimmt man die offene Karte vom Ablagestapel und tauscht sie gegen eine der eigenen Karten, die dabei offen auf den Ablagestapel geht. Oder man zieht die oberste Karte vom verdeckten Stapel und entscheidet dann: einbauen, wieder wie beschrieben tauschen, oder abwerfen. Wer abwirft, muss dafür eine der eigenen verdeckten Karten aufdecken.
Dieser Zwang ist der Motor des Spiels. Man kommt nicht durch eine Runde, ohne die eigenen Unbekannten irgendwann anzufassen, und jede aufgedeckte Zwölf ist ein Problem, das man später mit einem Tausch lösen muss. Wer dagegen früh zwei gleiche Werte in einer Spalte sieht, spielt auf den dritten hin: drei gleiche Werte in einer vertikalen Spalte wandern sofort komplett auf den Ablagestapel und zählen am Ende nicht mehr. Aus einer Spalte mit drei Zwölfen, dem schlechtesten Fall überhaupt, wird so der beste Zug der Runde.
3. Rundenende und Punkte
Die Runde endet, sobald eine Person ihre letzte verdeckte Karte aufgedeckt hat. Alle anderen sind danach noch genau einmal am Zug, dann wird gerechnet: jede Person addiert die Werte ihrer offenen Karten, abgelegte Spalten zählen nicht mit. Es gibt dabei eine Regel, die das Beenden zur Entscheidung macht und nicht zur Formsache. Wer die Runde beendet, muss auch die niedrigste Summe haben, sonst werden die eigenen Punkte verdoppelt. Eine Runde mit acht Punkten abzuschließen, während jemand anders bei sechs steht, kostet also 16.
Gespielt wird über mehrere Runden. Das Spiel endet, sobald nach einer Runde mindestens eine Person mehr als 100 Punkte angesammelt hat. Gewonnen hat dann nicht diese Person, sondern die mit der niedrigsten Gesamtsumme. Wer die Wahrscheinlichkeiten hinter solchen Entscheidungen einmal nachrechnen will, findet im Werkzeuge-Bereich einen Rechner dafür.
4. Drei Entscheidungen, die zählen
Erstens: die Null ist keine gute Karte, sondern eine neutrale. Wer eine 0 gegen eine verdeckte Karte tauscht, gibt eine sichere Position für eine unbekannte auf und gewinnt dabei nichts. Zweitens: Spalten schlagen Einzelwerte. Eine 9 im Raster zu behalten, weil dort schon zwei Neunen liegen, ist richtig, obwohl die Zahl hoch ist. Drittens: das Rundenende gehört der Person mit der klar niedrigsten Summe. Wer nur hofft, vorn zu liegen, spielt gegen die Verdoppelungsregel.
Wer den Mechanismus mag, dass eine Zahl ihren Wert verliert, sobald sie mehrfach auftritt, findet ihn auch bei The Game und in anderer Form bei L.A.M.A., wo hohe Karten ebenfalls Minuspunkte sind und nicht Beute.
5. Häufige Fragen
Wie viele Karten hat Skyjo?
150 Karten mit Werten von -2 bis +12. Die Werte +1 bis +12 und die -1 liegen je zehnmal im Stapel, die 0 fünfzehnmal, die -2 nur fünfmal.
Wie viele Personen können Skyjo spielen?
Zwei bis acht, ab acht Jahren. Jede Person braucht 12 Karten, weshalb die Runde in großer Besetzung deutlich länger dauert.
Was passiert bei drei gleichen Karten in einer Spalte?
Die drei Karten gehen sofort auf den Ablagestapel und zählen bei der Wertung nicht mehr. Das gilt für jeden Wert, auch für drei Zwölfen.
Wann endet eine Runde bei Skyjo?
Wenn eine Person ihre letzte verdeckte Karte aufgedeckt hat. Alle anderen haben danach noch einen Zug, dann wird gezählt.
Warum werden manchmal die Punkte verdoppelt?
Weil die Person, die die Runde beendet, auch die niedrigste Summe haben muss. Trifft das nicht zu, werden ihre Punkte für diese Runde verdoppelt.
Wann ist das Spiel zu Ende?
Sobald nach einer Runde jemand über 100 Punkte liegt. Gewonnen hat die Person mit der niedrigsten Gesamtsumme, nicht die, die das Ende ausgelöst hat.