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Auszeichnung: der Kartenspielepreis a la Carte

Logo Kartenspielepreis A la Carte

Jedes Jahr verleiht die Fachzeitschrift Fairplay den A-la-carte-Kartenspielpreis. Dieser ist der einzige Spielpreis überhaupt, der ausschließlich für Kartenspiele verliehen wird. Dabei muss das Spiel mindestens einen wesentlichen Kartenbestandteil beinhalten. Der Rest kann durchaus Facetten eines Brettspiels aufweisen solange die Karten dabei im Vordergrund stehen. Bewertet werden dürfen alle Kartenspiele, die in dem aktuellen Jahr neu erschienen sind. Die Fachjury setzt sich aus bekannten Spielejournalisten zusammen, die via schriftlicher Wahl ihre Favoriten bestimmen dürfen. Die Auswertung erfolgt in Punkten. Die Expertenjury zählt insgesamt 35 Köpfe. Das Spiel mit den meisten Punkten gewinnt den undotierten Preis. Die Verleihung findet dann traditionell in der Messe Essen auf den internationalen Spieltagen statt.

1.  Und die Gewinner des Kartenspielpreises A la carte sind …

Der A la carte zählt zu den bekanntesten Preisen in diesem Segment, die in Deutschland verliehen werden. Für Brettspiele gibt es ferner den Preis zum „Spiel des Jahres“ und den „Deutschen Spielpreis“. Seit 1991 wird der beliebte Kartenspielpreis verliehen. Er gilt als Aushängeschild der Branche und als Orientierungsmerkmal für zukünftige Käufer. Allein deshalb ist er äußerst begehrt. Zu den Gewinnern der letzten Jahre zählen Kartenspiele wie 6 nimmt!, Bohnanza, Magic The gathering, Mamma Mia!, Meuterer und Jambo sowie 7 Wonders Duel. Neue Anwärter für den Titel „Bestes Kartenspiel stehen jedes Jahr in den Startlöchern.

Die ersten zehn Plätze werden für Interessierte übrigens direkt auf der Webseite des Magazins Fairplay veröffentlicht, sowie im Heft, welches vier Mal jährlich erscheint und für sechs Euro im Handel zu beziehen ist. Schon jetzt gehen die nächsten Anwärter auf den Hauptgewinn ins Rennen, denn mit der Ernennung des „alten“ Gewinners startet gleichzeitig bereits zur Jahresmitte der Run auf die oberen Plätze für das Jahr 2017. Ob es dieses Mal heimliche Favoriten bis ganz nach oben schaffen oder doch Überraschungs-Gewinner warten, das wird sich noch zeigen.

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2. Wie sich der Preis von anderen unterscheidet

Der à-la-carte-Preis ist auf Kartenspiele beschränkt, und das ist der Unterschied zu den bekannteren Auszeichnungen. Beim Spiel des Jahres treten Kartenspiele gegen Brettspiele an und verlieren meist gegen die größere Schachtel; hier konkurrieren sie nur untereinander.

Ausgezeichnet wird nicht die Neuheit mit dem größten Aufsehen, sondern das Kartenspiel, das nach mehreren Partien noch gespielt wird. Genau deshalb ist die Liste der Preisträger eine brauchbare Empfehlung: sie enthält wenige Spiele mit aufwendigem Material und viele, die aus einem Stapel Karten bestehen.

3. Wer entscheidet, und nach welchem Verfahren

Der Preis ist keine Jury-Entscheidung im Sinne eines kleinen Gremiums, das sich einigt. Er ist eine Abstimmung, und das Verfahren erklärt, warum die Ergebnisse anders aussehen als bei anderen Auszeichnungen.

MerkmalÀ la carte
Vergeben vonFachzeitschrift Fairplay
Seit1991
AbstimmendeFachjury von rund 35 Personen
ZugelassenKartenspiele des laufenden Jahrgangs, Mitte des Vorjahres bis Mitte des Jahres
Verleihungjährlich im Oktober, auf der Messe Spiel in Essen
Dotierungkeine

Zwei Dinge daran sind wichtiger, als sie klingen. Erstens die Zahl der Abstimmenden: bei rund 35 Stimmen setzt sich kein Spiel durch, das nur eine Handvoll Fachleute begeistert, aber auch keines, das alle bloß in Ordnung finden. Zweitens das Zeitfenster. Weil der Jahrgang von Mitte zu Mitte läuft, konkurrieren nicht die Titel eines Kalenderjahres, sondern die einer Messesaison, und ein Spiel, das erst im Herbst erscheint, tritt gegen den Jahrgang danach an.

Veröffentlicht wird nicht nur der Sieger, sondern eine Rangliste der bestbewerteten Kartenspiele des Jahrgangs. Für die Suche nach einem Spiel ist diese Liste der brauchbarere Teil: der erste Platz ist eine Empfehlung, die Plätze zwei bis zehn sind zehn Empfehlungen, und sie stehen in einer Reihenfolge, die aus derselben Abstimmung stammt.

Preisträger sind entsprechend breit gestreut. Jaipur (2010) ist ein reines Zweipersonenspiel, 7 Wonders (2011) ein Kartenspiel für bis zu sieben Personen mit Draft-Mechanik, Les Poilus (2017) ein kooperatives Spiel über den Ersten Weltkrieg und Sea Salt & Paper (2023) ein kurzes Sammelspiel. Eine gemeinsame Bauform haben diese vier nicht, und genau das ist die Aussage des Preises: ausgezeichnet wird das Kartenspiel, nicht ein Genre.

4. Häufige Fragen

Wofür wird der à-la-carte-Preis verliehen?

Für Kartenspiele, und zwar nur für sie. Damit stehen sie nicht in Konkurrenz zu Brettspielen mit größerem Material.

Was unterscheidet ihn vom Spiel des Jahres?

Die Beschränkung auf Kartenspiele und die Zusammensetzung der Jury. Das Spiel des Jahres bewertet das gesamte Feld, meist mit dem Familienpublikum im Blick.

Sind ausgezeichnete Spiele für Einsteiger geeignet?

Häufig ja, weil Kartenspiele mit wenig Material und kurzen Regeln bevorzugt werden. Anspruchsvolle Titel kommen aber ebenso vor.

Wo findet man die Preisträger?

In der Liste, die das ausrichtende Magazin jährlich veröffentlicht. Sie ist nach Jahren geordnet und eignet sich als Einkaufsliste für Kartenspiele.

Warum lohnt ein Blick auf solche Auszeichnungen?

Weil sie nach mehreren Partien geurteilt haben. Ein Spiel, das nach der dritten Runde noch interessant ist, unterscheidet sich von einem, das beim ersten Öffnen begeistert.

5. Warum Kartenspiele eine eigene Auszeichnung brauchen

Kartenspiele haben einen strukturellen Nachteil in offenen Wettbewerben: sie bestehen aus einem Stapel Papier. Wo Brettspiele mit Material und Aufbau beeindrucken, muss ein Kartenspiel ausschließlich über die Regel wirken, und das fällt in einer ersten Partie weniger auf.

Genau darum ist eine eigene Kategorie sinnvoll. Verglichen werden nur Spiele mit derselben Voraussetzung, und bewertet wird, was bei Karten den Unterschied macht: wie schnell die Regel sitzt, wie unterschiedlich zwei Partien verlaufen und ob nach der dritten Runde noch weitergespielt wird.

A la Carte Auszeichnung