Jass – Top-Kartenspiel der Schweiz
- Spieler
- 4
- Blatt
- 36 Karten

Jass ist das Nationalspiel der Schweiz und das bekannteste Stichspiel des Alpenraums. Es wird mit 36 Karten gespielt und ist für 4 Spieler ausgelegt. Zwei Personen bilden ein Team, und in jeder Runde sind 157 Punkte zu verteilen.
Gespielt wird auch im Elsass, in Südtirol, im Tessin, in Liechtenstein, in Vorarlberg und in Baden-Württemberg. Je nach Gegend liegt ein Schweizer Blatt mit Schellen, Schilten, Rosen und Eicheln auf dem Tisch oder ein französisches mit den gewohnten vier Farben. Die Regeln bleiben dieselben, nur die Bilder wechseln.
1. Die Kartenwerte
| Karte | Punkte |
|---|---|
| Under im Trumpf, der Puur | 20 |
| Neun im Trumpf, das Nell | 14 |
| Ass | 11 |
| Zehn | 10 |
| König | 4 |
| Ober | 3 |
| Under außerhalb des Trumpfs | 2 |
| Acht, Sieben, Sechs | 0 |
| letzter Stich | 5 |
Zusammen sind das 157 Punkte. Die beiden Ausnahmen sind der Kern des Spiels: im Trumpf werden Under und Neun zu den wertvollsten Karten überhaupt, obwohl sie außerhalb des Trumpfs fast nichts zählen. Wer vom Skat oder Doppelkopf kommt, muss genau das umlernen.
2. Trumpf und Bedienen
Der Trumpf wird vor der Runde bestimmt. Neben den vier Farben sind zwei trumpflose Ansagen verbreitet: Obenabe, bei dem die höchste Karte gewinnt, und Undenufe, bei dem die niedrigste gewinnt. Bei beiden ändern sich die Kartenwerte, weil Puur und Nell ohne Trumpf keine Sonderrolle haben.
Bedient werden muss die ausgespielte Farbe. Trumpf darf immer gespielt werden, und wer keinen Trumpf außer dem Puur hat, muss ihn nicht abgeben: diese Ausnahme heißt Puur-Regel und gehört zu den Punkten, die eine Runde vorher klärt.
3. Weisen: Punkte vor dem ersten Stich
Vor dem ersten Stich werden Kartenfolgen und gleiche Werte angesagt, das Weisen. Drei Karten in Folge bringen 20 Punkte, vier 50, fünf 100. Vier gleiche Werte bringen 100, vier Neunen 150 und vier Under 200. König und Ober im Trumpf, der Stöck, bringen 20 Punkte.
Gezählt werden die Weis-Punkte nur für die Partei mit der besten Ansage, und die zählt dann alle ihre Ansagen. Aus dieser Regel folgt, dass eine einzige starke Folge die Punkte der gesamten Runde verschieben kann.
4. Der Schieber
Die verbreitetste Fassung heißt Schieber. Wer den Trumpf bestimmen soll, darf die Entscheidung an die Partnerin oder den Partner weitergeben, also schieben. Gespielt wird bis 1000 oder 2500 Punkte, und die Wahl des Trumpfs wird durch Multiplikatoren gewichtet: eine Farbe zählt einfach, Obenabe und Undenufe zählen mehr.
5. Drei Entscheidungen, die zählen
Trumpf nach dem Puur wählen. Eine Farbe mit Under und Neun ist stärker als eine längere Farbe mit Ass und König, weil 34 Punkte in zwei Karten stecken.
Weisen mitzählen. Wer die eigene Ansage kennt und die der Gegenpartei hört, weiß vor dem ersten Stich, wie viele Punkte er noch aus Stichen holen muss.
Den letzten Stich einplanen. Fünf Punkte klingen wenig, entscheiden aber jede knappe Runde. Eine hohe Trumpfkarte dafür zurückzuhalten ist oft richtig.
6. Die häufigsten Regelfehler
Under und Neun immer hoch zählen. Die Sonderwerte gelten nur im Trumpf. Außerhalb zählt der Under zwei, die Neun null.
Beide Parteien Weis-Punkte zählen lassen. Nur die Partei mit der besten Ansage zählt, dafür alle ihre Ansagen.
Bei Obenabe mit Trumpfwerten rechnen. Ohne Trumpf gibt es keinen Puur und kein Nell, und die Punktzahl im Blatt verteilt sich anders.
7. Häufige Fragen
Wie viele Karten braucht man für Jass?
36 Karten, entweder ein Schweizer Blatt mit Schellen, Schilten, Rosen und Eicheln oder ein französisches Blatt ohne Zwei bis Fünf.
Wie viele Punkte gibt es pro Runde?
157: 152 in den Karten und 5 für den letzten Stich. Dazu kommen die Punkte aus den Weis-Ansagen.
Was ist der Puur?
Der Under der Trumpffarbe, mit 20 Punkten die höchste Karte des Spiels. Die Trumpf-Neun, das Nell, folgt mit 14 Punkten.
Was bedeutet Schieben?
Die Entscheidung über den Trumpf an die Partnerin oder den Partner weitergeben. Die Fassung, in der das erlaubt ist, heißt Schieber und ist die verbreitetste.
Ist Jass mit Binokel verwandt?
Ja, beide gehören zur Bézique-Familie, in der Kartenfolgen und Paare zusätzlich zu den Stichen zählen. Binokel ist die schwäbische Verwandte, eine Einordnung der Familie steht unter Was sind Stichspiele. Für eine schnelle Runde ohne Ansagen bleibt Mau-Mau.