Die Rubrik Poker ist bewusst klein: drei Seiten, die drei verschiedene Fragen
beantworten. Texas Hold’em beschreibt die Variante, die praktisch überall gespielt wird, Stud Poker
die ältere Familie mit offenen Karten, und der Beitrag zur Frage nach Glück und Strategie ordnet
ein, was sich beim Pokern überhaupt beeinflussen lässt.
Alle drei arbeiten mit einem französischen Blatt aus 52 Karten. Was sich unterscheidet, ist die
Zahl der Karten, die jede Person sieht, und der Zeitpunkt, an dem sie sichtbar werden. Genau daran
hängt, wie viel eine Entscheidung am Tisch wert ist.
Hold’em und Stud: derselbe Kartensatz, zwei Informationslagen
Bei Texas Hold’em hält jede Person zwei verdeckte Karten, und fünf Gemeinschaftskarten liegen für
alle offen in der Mitte. Damit sieht man den größten Teil seiner eigenen Hand auch bei den anderen,
und die Frage ist weniger, welche Karten kommen, sondern wer mit denselben offenen Karten etwas
anderes anfangen kann.
Beim Stud Poker gibt es keine Gemeinschaftskarten. Jede Person bekommt eigene Karten, teils offen,
teils verdeckt, und wer mitzählt, weiß im Verlauf der Runde ziemlich genau, welche Karten aus dem
Spiel sind. Das ist die ältere Bauform, und sie verlangt eher Gedächtnis als Positionsspiel. Dass
Hold’em Stud weitgehend verdrängt hat, liegt vor allem daran, dass sich offene Gemeinschaftskarten
besser zuschauen lassen.
Die Rangfolge der Hände gilt in beiden Varianten
Von oben nach unten: Royal Flush, Straight Flush, Vierling, Full House, Flush, Straße, Drilling,
zwei Paare, ein Paar, höchste Karte. Diese Reihenfolge ist nicht gesetzt worden, sie folgt aus der
Wahrscheinlichkeit: was seltener vorkommt, schlägt das Häufigere. Wer wissen will, wie selten
genau, findet im Rechner die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte
Karte im nächsten Zug zu ziehen.
Was sich beeinflussen lässt und was nicht
Die Ausgangskarten sind Zufall, und über eine einzelne Runde entscheidet er mit. Beeinflussbar
ist der Umgang damit: wann man aussteigt, wie viel man setzt, und in welcher Position man spielt.
Über viele Runden verschiebt sich das Gewicht deshalb von der Karte zur Entscheidung, ohne dass der
Zufall verschwindet. Beide Aussagen zusammen sind der Grund, warum die Einordnung als Glücksspiel
oder Geschicklichkeitsspiel je nach Rechtsraum unterschiedlich ausfällt.
Für den Tisch zu Hause folgt daraus eine praktische Regel: gespielt wird um Streichhölzer,
Münzen oder Striche auf einem Zettel. Sobald es um Geldbeträge geht, ist es Glücksspiel, und daran
ändert die Tatsache nichts, dass man Entscheidungen trifft. Wer merkt, dass eine Runde in diese
Richtung kippt, hört auf.
Poker im Verhältnis zu den anderen Rubriken
Poker ist kein Stichspiel: es werden keine Stiche gesammelt, und keine Karte schlägt eine andere
im Verlauf des Spiels. Verglichen wird erst am Ende, und zwar die fertige Hand. Wer aus einem
Stichspiel kommt, unterschätzt deshalb oft, wie wenig die einzelne hohe Karte hier zählt. Umgekehrt
teilt Poker mit Black Jack die Frage nach der nächsten Karte,
verhandelt sie aber gegen andere Spieler statt gegen eine feste Regel des Hauses.
Die Position am Tisch
Wer spät an der Reihe ist, hat bereits gesehen, was die anderen tun, und entscheidet mit mehr
Information als der Erste. Deshalb ist dieselbe Hand in späterer Position mehr wert, ohne dass sich
eine Karte geändert hat. Am Heimtisch wird das oft übersehen, weil dort die Karten im Mittelpunkt
stehen und die Reihenfolge als Formsache gilt. Sie ist der zweite Faktor neben dem Blatt, und der
einzige, den man ohne Karten planen kann.
Aus derselben Logik folgt der häufigste Anfängerfehler: zu viele Hände zu spielen. Wer jede Runde
mitgeht, zahlt für Karten, die selten gewinnen, und verliert dadurch über den Abend mehr als durch
einzelne verlorene Entscheidungen. Aussteigen kostet nichts außer dem bereits gesetzten Betrag.
Häufige Fragen
Wie viele Karten braucht man für Poker?
Ein französisches Blatt mit 52 Karten, ohne Joker. Das gilt für Texas Hold’em und für Stud Poker
gleichermaßen.
Was ist die höchste Hand beim Poker?
Der Royal Flush, also Zehn, Bube, Dame, König und Ass in einer Farbe. Darunter folgen Straight
Flush und Vierling.
Was ist der Unterschied zwischen Texas Hold’em und Stud Poker?
Bei Texas Hold’em liegen fünf Gemeinschaftskarten offen für alle, jede Person hält zwei verdeckte
Karten. Beim Stud Poker gibt es keine Gemeinschaftskarten, sondern eigene Karten je Person, teils
offen und teils verdeckt.
Ist Poker ein Glücksspiel oder ein Strategiespiel?
Beides trifft einen Teil. Die Karten sind Zufall, die Entscheidungen sind es nicht, und je mehr
Runden gespielt werden, desto stärker wirkt der zweite Teil. Sobald um Geld gespielt wird, gilt es
rechtlich als Glücksspiel.
Kann man Poker zu zweit spielen?
Ja, das ist unter dem Namen Heads-up verbreitet. Die Spielweise ändert sich dabei stark, weil
jede Runde eine Entscheidung gegen genau einen Gegner ist und deutlich schwächere Hände gespielt
werden.