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Ligretto – das schnelle Kartenspiel

Spieler
2–4
Blatt
40 Karten
Kartenspiel Ligretto – Foto von Schmidt Spiele

Ligretto ist das bekannteste Ablegespiel, bei dem nicht nacheinander, sondern gleichzeitig gespielt wird. Es wird mit 40 Karten pro Person gespielt und ist für 2 bis 4 Spieler ausgelegt. Ziel ist, den eigenen Zehnerstapel als Erster leerzuspielen und dabei so viele Karten wie möglich in der Tischmitte unterzubringen.

Wer schon einmal am Tisch gesessen hat, während vier Personen gleichzeitig Karten auf dieselben Reihen legen, kennt den eigentlichen Reiz: es gibt keine Wartezeit und keine Züge, nur Tempo und Übersicht. Eine Runde dauert selten länger als drei Minuten.

1. Das Ziel des Spiels

In der Tischmitte entstehen Reihen, die bei der Eins beginnen und bei der Zehn enden, jede in einer Farbe. Alle Personen legen gleichzeitig in dieselben Reihen. Wer eine passende Karte hat, legt sie an, ohne zu fragen und ohne abzuwarten.

Gewonnen wird nicht durch Schnelligkeit allein. Gezählt wird am Ende, und dabei zählt jede eigene Karte, die es in die Mitte geschafft hat, einen Punkt, während jede Karte, die auf dem eigenen Zehnerstapel liegen geblieben ist, zwei Minuspunkte kostet. Deshalb ist der Stapel wichtiger als die Hand: er ist der einzige Teil des Blattes, der bestraft wird.

2. Was auf den Tisch kommt

Jede Person bekommt 40 Karten, zehn in jeder der vier Farben Grün, Gelb, Blau und Rot, mit den Werten von 1 bis 10. Damit sich die Karten nach der Runde wieder trennen lassen, tragen die Rückseiten ein eigenes Symbol je Satz. Aufgebaut wird so:

  • Der Zehnerstapel. Zehn Karten offen als Stapel vor der eigenen Position. Nur die oberste ist spielbar, und dieser Stapel entscheidet die Runde.
  • Die drei offenen Karten. Daneben liegen drei Karten offen und einzeln. Sie sind das Arbeitsmaterial: aus ihnen wird gelegt, und jede Lücke wird sofort nachgefüllt.
  • Die Hand. Der Rest bleibt verdeckt in der Hand und wird in Dreierschritten durchgesehen.

Bei mehr als vier Personen werden zwei Kartensätze zusammengelegt, dann sind bis zu zwölf Personen an einem Tisch möglich. Der Platzbedarf wächst dabei schneller als die Personenzahl: acht Personen brauchen einen großen Tisch, weil jede vier Ablagen vor sich hat.

3. Der Ablauf

  1. Startsignal. Alle beginnen gleichzeitig. Ein Kommando genügt, eine Reihenfolge gibt es nicht.
  2. Eine Eins eröffnet. Eine Reihe in der Tischmitte kann nur mit einer Eins beginnen. Wer eine hat, legt sie hin und macht damit eine Farbe für alle spielbar.
  3. Anlegen. Auf eine liegende Karte kommt die nächsthöhere derselben Farbe. Jede Person darf in jede Reihe legen, auch in die, die jemand anderes eröffnet hat.
  4. Nachfüllen. Wer eine der drei offenen Karten benutzt, füllt die Lücke sofort mit der obersten Karte des Zehnerstapels. Genau so wird der Stapel kleiner.
  5. Handkarten durchsehen. Passt keine der drei offenen Karten, werden drei Handkarten aufgedeckt und weitergeblättert, bis etwas passt.
  6. Stopp. Wer seinen Zehnerstapel geleert hat, ruft „Ligretto Stopp". Ab diesem Moment legt niemand mehr, und es wird gezählt.

4. Die Wertung

WoherPunkteBemerkung
eigene Karte in der Tischmitteje +1gezählt wird nach Rückseitensymbol
Karte auf dem Zehnerstapelje −2die einzige Strafe im Spiel
Karte in der Hand0bleibt ohne Folgen

Aus dieser Tabelle folgt die ganze Taktik. Eine Karte aus der Hand zu legen bringt einen Punkt, eine Karte vom Stapel zu legen bringt einen Punkt und vermeidet zwei Minuspunkte, ist also dreimal so viel wert. Wer schnell ist, aber nur aus der Hand legt, verliert gegen jemanden, der langsamer den Stapel abarbeitet.

Weil eine einzelne Runde in Minuten vorbei ist, wird meist über mehrere Runden gespielt und addiert. Verbreitet sind fünf Runden oder eine Zielmarke von 50 Punkten.

5. Verbreitete Varianten

Ligretto erscheint seit dem Jahr 2000 bei Schmidt Spiele in mehreren Fassungen. Neben den Ausgaben für Kinder gibt es eine schnellere Fassung mit weniger Karten und eine Version, die statt mit Karten mit Würfeln gespielt wird. Die Grundidee bleibt in allen dieselbe: gleichzeitig ablegen, aufsteigend sortieren, den eigenen Stapel loswerden.

Die Mechanik ist älter als der Name. Ein Spiel mit sehr ähnlichen Regeln beschreibt Robert Hülsemann bereits 1927 in „Das große Buch der Spiele" unter dem Namen Rasender Teufel, gespielt mit einem gewöhnlichen Blatt. Unter dem heutigen Namen erschien es erstmals 1988.

6. Drei Dinge, die den Unterschied machen

Immer zuerst vom Stapel. Wer die Wahl hat zwischen einer passenden Handkarte und einer passenden Stapelkarte, nimmt die Stapelkarte. Das ist die einzige Regel, die man beim ersten Spiel braucht.

Eigene Einsen nicht aufsparen. Eine Eins eröffnet eine Reihe und macht damit zehn weitere Karten spielbar, auch die eigenen. Sie zurückzuhalten bremst niemanden außer sich selbst.

Auf die Zahlen achten, die knapp über den Reihen liegen. Wer weiß, dass in Blau die Sieben oben liegt, hält seine blaue Acht in Reichweite, statt sie im Blätterstapel zu vergraben.

7. Die häufigsten Regelfehler

Lücken bei den drei offenen Karten nicht nachfüllen. Es müssen immer drei Karten offen liegen. Wer die Lücke nicht sofort auffüllt, spielt mit weniger Optionen und merkt es nicht.

Aus dem Blätterstapel in beliebiger Reihenfolge nehmen. Nur die aufgedeckte Karte ist spielbar, nicht die darunter.

Nach dem Stopp noch legen. Der Ruf beendet die Runde sofort. Karten, die danach in der Mitte landen, zählen nicht.

Handkarten als Minuspunkte zählen. Nur der Zehnerstapel wird bestraft. Wer auch die Hand negativ zählt, spielt ein anderes Spiel.

8. Häufige Fragen

Wie viele Karten hat Ligretto?

40 Karten pro Person, also zehn in jeder der vier Farben mit den Werten 1 bis 10. Bei vier Personen sind damit 160 Karten im Spiel.

Wie viele Personen können mitspielen?

Zwei bis vier mit einem Satz. Wer mehrere Sätze zusammenlegt, kommt auf bis zu zwölf Personen, braucht dann aber deutlich mehr Tischfläche.

Wie werden bei Ligretto die Punkte gezählt?

Jede eigene Karte in der Tischmitte zählt einen Punkt, jede Karte, die auf dem Zehnerstapel liegen geblieben ist, zwei Minuspunkte. Handkarten zählen nicht.

Was bedeutet „Ligretto Stopp"?

Es ist der Ruf der Person, die ihren Zehnerstapel geleert hat. Damit endet die Runde sofort für alle, und es wird ausgezählt.

Kann man Ligretto zu zweit spielen?

Ja. Zu zweit entstehen weniger Reihen und die Runde dauert länger, weil sich zwei Personen durch alle vier Farben arbeiten. Der Zeitdruck fällt dadurch geringer aus als in großen Runden.

Eignet sich Ligretto für Kinder?

Der Grundzug verlangt nur, eine Zahl um eins zu erhöhen und auf die Farbe zu achten, und ist damit früh verständlich. Was Kinder überfordert, ist das gleichzeitige Spielen gegen ältere Mitspieler, nicht die Regel.

Foto: Ligretto Kartenspiel von Schmidt Spiele

Kartenspiel Ligretto