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Zaubern mit Kartentricks

Blatt
52 Karten
Eine Hand im Anzugärmel, über der ein Kreuz-Ass frei in der Luft steht

Kartentricks sind der Einstieg in die Zauberei, weil sie nichts brauchen außer einem Blatt Karten. Es wird mit 52 Karten gearbeitet, und ein Trick besteht fast immer aus zwei Teilen: einem einfachen Prinzip, das sich in Minuten lernen lässt, und einer Vorführung, die Übung braucht. Der zweite Teil entscheidet, ob der erste unsichtbar bleibt.

Grob unterscheiden lassen sich zwei Familien. Mathematische Tricks funktionieren von selbst: wer die Schritte einhält, kommt zwangsläufig zum Ergebnis, ohne eine einzige Fingerfertigkeit. Griffabhängige Tricks verlangen eine bestimmte Art zu mischen oder abzuheben, bei der eine Karte an ihrer Stelle bleibt. Für den Anfang ist die erste Familie die richtige.

1. Ein mathematischer Trick, Schritt für Schritt

Vorbereitung: die gewünschte Karte liegt als zehnte von oben im Stapel. Das lässt sich beim Zusammenlegen unauffällig einrichten.

  1. Eine Zahl zwischen 10 und 20 wird genannt, etwa 14.
  2. So viele Karten werden einzeln vom Stapel auf den Tisch abgezählt. Wichtig ist das einzelne Abzählen: dadurch kehrt sich die Reihenfolge um.
  3. Von der genannten Zahl wird die Quersumme gebildet, hier 1 plus 4 gleich 5.
  4. Fünf Karten werden vom abgezählten Häufchen wieder abgehoben und zur Seite gelegt.
  5. Die oberste Karte des Häufchens ist die vorbereitete Karte.

Das funktioniert mit jeder Zahl zwischen 10 und 20, und zwar deshalb: bei einer Zahl aus 10 plus x landet die zehnte Karte nach dem Umkehren an Position x plus 1 von oben. Die Quersumme ist 1 plus x, also wird genau bis zu dieser Karte abgehoben. Wer das einmal nachvollzogen hat, sieht auch, warum 20 nicht mehr geht.

2. Drei Prinzipien, die hinter den meisten Tricks stecken

Die Schlüsselkarte. Die gezogene Karte kommt zurück in den Stapel, und darüber oder darunter liegt eine Karte, die man sich gemerkt hat. Mischen darf man danach nur so, dass die beiden zusammenbleiben. Später wird der Stapel durchgesehen und die Nachbarkarte verrät die gesuchte.

Die forcierte Wahl. Der Zuschauer glaubt zu wählen, obwohl das Ergebnis feststeht. Beim Aufteilen in Häufchen mit anschließendem Zusammenlegen etwa liegt das Ergebnis in der Reihenfolge der Häufchen, nicht in der Wahl.

Das falsche Mischen. Ein Mischen, das nur den unteren Teil des Stapels bewegt, sieht aus wie ein Mischen und ist keines. Das ist der einzige Griff, der wirklich Übung braucht, und gleichzeitig der, der die meisten Tricks trägt.

3. Die Vorführung entscheidet

Nie zweimal denselben Trick. Beim zweiten Mal schaut niemand auf die Hände, sondern auf die Stelle, an der es beim ersten Mal passiert ist.

Nicht erklären, während man arbeitet. Wer beim Abzählen redet, lenkt ab. Wer beim entscheidenden Griff redet, macht ihn auffällig, weil die Stimme stockt.

Das Ergebnis langsam aufdecken. Die Wirkung entsteht in der Sekunde vor dem Umdrehen, nicht danach. Wer sofort umdreht, verschenkt den Trick, den er richtig gemacht hat.

Den Stapel danach aus der Hand geben. Ein Blatt, das niemand ansehen darf, ist das deutlichste Zeichen, dass etwas vorbereitet war.

4. Was man nicht braucht

Für den Anfang braucht es kein präpariertes Blatt und keine Zauberkarten aus dem Handel. Ein gewöhnliches Blatt mit Kunststoffschicht ist sogar besser, weil es gleichmäßig gleitet und sich sauber abheben lässt. Abgenutzte Karten mit weichen Ecken sind der häufigste Grund, warum ein geübter Griff misslingt.

5. Häufige Fragen

Welcher Kartentrick ist der einfachste?

Ein mathematischer Trick wie der oben beschriebene: er funktioniert ohne Fingerfertigkeit, weil das Abzählen die Reihenfolge umkehrt und die Quersumme immer auf dieselbe Karte führt.

Braucht man spezielle Karten?

Nein. Ein gewöhnliches Blatt mit 52 Karten genügt für die meisten Tricks. Wichtiger als die Ausgabe ist der Zustand: beschichtete Karten mit festen Ecken lassen sich sauber abheben.

Wie oft sollte man einen Trick üben?

So lange, bis die Hände ihn ohne Nachdenken ausführen. Solange man den nächsten Schritt sucht, sieht der Zuschauer die Suche, und die verrät mehr als der Griff selbst.

Was ist eine Schlüsselkarte?

Eine Karte, die man sich merkt und die neben der gezogenen Karte liegt. Sie macht die gesuchte Karte im Stapel wiederfindbar, ohne dass man sie kennt.

Darf man einen Trick erklären, wenn jemand fragt?

Zauberer tun es aus einem praktischen Grund nicht: erklärt ist ein Trick verbraucht, und wer die Lösung kennt, sieht sie danach bei jedem anderen Trick derselben Familie.

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